11.07.2010, 12:00  Aktualisiert: 16.02.2011, 10:20 
Kitzbühel

Bauernhaus niedergebrannt, dreiköpfige Familie obdachlos

Rund 180 Feuerwehrleute hatten vergeblich versucht den Brand zu löschen. Die Familie konnte sich rechtzeitig ins Freie retten.

Von Margret Klausner

Kirchberg – Sie besitzen nur noch das, was sie am Leibe tragen – die Bauersleute vom Linthalkrämerhof in Kirchberg. Sonntagvormittag brannte ihr jahrhundertealter Bergbauernhof – der Stall war mit 1600 datiert – in kürzester Zeit komplett nieder. In letzter Sekunde konnten sich Bauer Josef Wallner, seine Frau und sein 19-jähriger Sohn aus dem Haus retten.

Gegen zehn Uhr heulten im Tal die Sirenen. „Die Anfahrt zum Hof ist relativ weit. Als wir ankamen, stand schon das gesamte Haus in Vollbrand“, schildert Kirchbergs Feuerwehrkommandant Leo Papp. Auch Wasser gebe es an dieser Stelle weit und breit keines. „Wir mussten eine kilometerlange Leitung zum nächsten Bach legen“, schildert Papp. Das und die Bruthitze erschwerten die Löscharbeiten enorm. „Wir haben sofort unsere Nachbarfeuerwehren (Aschau, Brixen, Kitzbühel und Reith) informiert. Schlussendlich waren rund 180 Feuerwehrleute vor Ort“, erklärt der Einsatzleiter. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als den Hof kontrolliert abbrennen zu lassen.

Die drei Bauersleute kamen mit dem Schrecken davon. Der Stall war leer, da die Kühe derzeit auf der Alm sind. Nur ein paar Kleintiere waren noch am Hof. Unter anderem Hasen, die der Bezirksfeuerwehrkommandant Hans Papp rettete: „Die Löscharbeiten sind trotz der Schwierigkeiten gut gelaufen. Die Leute haben gut gearbeitet“, lobte Papp nach dem Einsatz.

Noch am Sonntag nahm der Bezirksbrandermittler der Polizei seine Arbeit auf. „Es gibt derzeit noch keine Hinweise auf die Brandursache“, betont der Beamte. Der Schaden dürfte jedenfalls in die Hunderttausende Euro gehen.

„Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie das passiert ist“, ist Bauer Josef Wallner verzweifelt. Er und sein Familie sind obdachlos. Bereits am Vormittag war daher auch Kirchbergs Bürgermeister Helmut Berger vor Ort: „Die Hilfsbereitschaft der Kirchberger ist groß. Die Familie kommt vorerst in einem Gasthaus oberhalb des Hofes unter und wird dort auch verpflegt“, informiert er. Die ersten Einheimischen hätten schon Kleidung zur Verfügung gestellt. Heute Montag will Berger schauen, wie der Familie weitergeholfen werden kann.

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 11.07.2010  12:00
aktualisiert: Mi, 16.02.2011  10:20
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