22.11.2011

ÖBB-Sparkurs: Plus für Straße

Wien – Die neuen Rahmenbedingungen der ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria (RCA) beim Transport von Gütern, mit Einschränkung des Angebots und Preissteigerungen, führen zu starken Verlagerungen von Gütertransporten auf die Straße. 22 befragte Unternehmen haben seither zusammen 500.000 Tonnen Güter von der Schiene auf die Straße umgeschichtet, sagt Wifo-Experte Stefan Schönfelder, der im Auftrag der Transportwirtschaft an einer entsprechenden Studie arbeitet.

Würde man dies auf den gesamten österreichischen Schienentransport umlegen, entspräche das 9,25 Mio. t, die im Vergleich zu 2010 von der Schiene wegverlegt wurden. Das würde 190.000 t zusätzlichen CO2-Ausstoß erzeugen, betont Schönfelder.

Die Bahn habe vor allem beim Langstreckentransport von schweren Gütern Vorteile, erinnerte Roman Stiftner, Präsident der Bundesvereinigung Logistik Österreich (BVL). Es drohe eine Halbierung der Förderung für Anschlussbahnen von 15 auf 7,5 Mio. Euro im Jahr 2013. Aber schon jetzt gingen zwei Drittel des inner- österreichischen Güterverkehrs über Anschlussbahnen.

Der Blick der Transportwirtschaft in die nahe Zukunft ist getrübt, obwohl es bisher wirtschaftlich nicht schlecht gegangen ist. „Wir müssen die Krise aus den Köpfen bekommen“, sagt Alexander Klac­ska, Obmann der Sparte Transport und Verkehr. Obwohl die Transportwirtschaft jetzt im Oktober erstmals seit Anfang 2010 wieder mehrheitlich mit einem Nachfragerückgang und mit sinkenden Preisen rechne, zeichne sich noch kein Rückgang der Beschäftigung ab. (TT, APA)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 22.11.2011
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