03.02.2012, 09:48  Aktualisiert: 03.02.2012, 11:28 
Sibirische Kälte

Minus 22,9 Grad in Seefeld: Tirol zittert und bibbert in der Kälte

Frostig fühlte sich der Start in den Freitag an: Weit unter minus zehn Grad wurden am Morgen im ganzen Land gemessen. Die Aussichten für das Wochenende sind noch eisiger.
Es wird kalt und immer kälter: Die sibirische Kälte hat Tirol fest im Griff.
Foto: TT / Thomas Boehm

Innsbruck – Väterchen Frost hat Tirol fest im Griff: Mit minus 22,9 Grad war Seefeld am Freitagmorgen einer der kältesten Orte in ganz Österreich. Am Brunnenkogel in den Ötztaler Alpen war es in der Nacht von Donnerstag noch ein bisschen eisiger: Minus 23,5 Grad zeigte das Thermometer. In St. Leonhard im Pitztal wurden 23,2 Grad gemessen, in Obergurgl minus 22,3 Grad, in Tannheim und am Patscherkofel minus 20,9 Grad.

In Innsbruck sank das Quecksilber am Flughafen auf minus 12,6 Grad und an der Messstation bei der Uni auf minus 11,8 Grad. In Wien war es im Vergleich noch frostiger: Minus 18,3 Grad wurden auf der Jubiläumswarte gemessen.

Extreme Temperaturen über 2000 Meter

Das Zittern hat noch kein Ende. Am Wochenende soll es noch frostiger werden. Sogar die Höchstwerte liegen am Samstag und Sonntag in ganz Österreich nur zwischen minus 13 und minus 6 Grad. Verschärft wird die Kälte vor allem im Flachland durch den eisigen Wind. Auch Anfang der kommenden Woche wird es nicht wärmer.

Extremen Temperaturen sind Skifahrer und Snowboarder ausgesetzt. Auf 2000 Metern Höhe herrschen am Samstag und Sonntag den ganzen Tag zwischen minus 20 und minus 25 Grad. „Wenn dazu noch der Wind mit 35 km/h weht, fühlt sich das für Wintersportler wie minus 40 Grad an“, erklärt Rudi Mair vom Lawinenwarndienst des Landes. Bereits bei gefühlten minus 30 Grad kann es innerhalb von einer halben Stunde oder weniger zu ersten Erfrierungen kommen.

Ungewöhnliche Kältewelle

Eine so heftige und lange Kälteperiode ist in Österreich ungewöhnlich. „Insgesamt dürften wir bei dieser Kältewelle selbst in den Landeshauptstädten auf eine Serie von etwa fünf bis sieben Tagen am Stück kommen, an denen die Temperatur unter minus zehn Grad gesunken ist. Das kommt in Österreich im Schnitt alle fünf bis zehn Jahre vor“, erklärt Alexander Orlik, Klimatologe der ZAMG. 2006, 1996 und 1985 gab es die letzten ähnlichen Kälteperioden. Vor sechs Jahren sanken die Temperaturen aber nicht ganz so tief wie jetzt.

1996 begann am zweiten Weihnachtstag die Eiseskälte in Innsbruck. An acht Tagen in Folge lagen die Tagestiefstwerte unter minus zehn Grad - das absolute Minimum waren minus 15,6 Grad. Neun Tage hintereinander blieb das Quecksilber auch tagsüber teils deutlich unter Null Grad. (tt.com)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Fr, 03.02.2012  09:48
aktualisiert: Fr, 03.02.2012  11:28
Vorteilszone
Partyfotos
Gewinnspiele
Parship
radio.at
Unterkunftssuche
Panoramabilder
Panoramabilder
"HEISZE TASTEN"
Panoramablick
AGB Kontakt Impressum