Angst um Radfelder Trinkwasser
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Von Walter Zwicknagl
Radfeld – Für die Trinkwasserversorgung und Stromproduktion soll der Ausgleichbehälter der Rettenbachquellen, der noch heuer gebaut werden soll, nach Vorstellung der allgemeinen Radfelder Liste von Vizebürgermeister Friedrich Huber genutzt werden. Nicht dieser Meinung ist die Bürgermeisterliste Zukunft für Radfeld von Josef Auer. In den vergangenen Wochen wurden eifrig Unterschriften gegen dieses Projekt gesammelt. Am Donnerstag soll es nun zur Abstimmung im Radfelder Gemeinderat kommen. „So einige hundert Unterschriften werden es schon sein“, verrät der Radfelder Gemeindechef im Vorfeld.
Mit kritischen Anmerkungen zum Bau eines Trinkwasserkraftwerkes spart Norbert Wolf von der Umweltplattform Tiroler Unterland nicht. „Es wird niemand bestreiten, dass die Wasserkraft die sauberste Energiequelle ist. Trinkwasser für Energiezwecke zu verwenden, ist aber allein aus gesundheitspolitischen Gründen nicht zu verantworten. Dass das Wasser durch den Turbinenlauf einer Strukturveränderung unterworfen ist, wird jeder Wissenschafter bestätigen. Niemand wird garantieren können, dass unser Trinkwasser allenfalls früher oder später keiner Verunreinigung ausgesetzt ist“, argumentiert Wolf. Schon eine kleine Menge an Schmiermittel könnte fatale Folgen für das Trinkwassernetz haben. Nach seinen Nachforschungen hätten sich die Stadtwerke Wörgl in einer ersten Machbarkeitsstudie gegen eine eventuelle Beteiligung ausgesprochen. Die Investitionskosten beziffert Wolf mit 200.000 Euro. Die Amortisationsdauer liege demnach bei 17 Jahren. „Ein Blick in die Machbarkeitsstudie zeigt uns auch, dass sogar die Rentabilität angezweifelt werden muss. Der Energiegewinn von rund 200.000 Jahreskilowattstunden würde nur für 50 bis 60 Radfelder Haushalte reichen“, sagt der Gegner des Projektes.
Anders sieht das Vizebürgermeister Friedrich Huber von der allgemeinen Radfelder Liste. „Ein Trinkwasserkraftwerk bedeutet Nutzung der Wasserversorgungsanlage zur ökologischen Energiegewinnung. Schließlich gibt es in Tirol schon 50 Trinkwasserkraftwerke für Firmen, Gemeinden und auch Trinkwasserversorgungsunternehmen“, sagt er. Und entschieden werde das ohnehin im Gemeinderat auf demokratische Art und Weise.



