07.02.2012
Osttirol

Tourismus verzeichnet Minus bei Nächtigungen

Es kamen mehr Gäste nach Osttirol, sie blieben aber kürzer. Das prognostizierte Jännerplus könnte Dezemberzahlen ausgleichen.
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Von Claudia Funder

Osttirol – Beim Blick auf die Osttiroler Nächtigungsstatistik fällt auf, dass im November 2011 noch ein sattes Plus von 8,6 % eingefahren werden konnte, die Dezemberzahlen dann aber einen Rückgang um 8,13 % im Vergleich zum Vorjahresmonat brachten. „Aufgrund des milden Herbstes hielten viele Baustellen länger offen“, erklärt Bernhard Pichler von der Osttirol Werbung. Zahlreiche Arbeiter nächtigten vor Ort. So verzeichnete etwa die Nationalparkregion Hohe Tauern Osttirol ein Plus von 73 %. Die absoluten Zahlen würden, so Pichler, die Sache jedoch relativieren. Kals habe, auch aufgrund der Baustelle, im November mit einem hohen Prozentplus 573 Nächtigungen verzeichnet, das seien dennoch nur um 413 mehr als im Vorjahr. Im Dezember wurden in allen Ferienregionen des Bezirks Rückgänge registriert, die deutlichsten in der Nationalparkregion Hohe Tauern mit mehr als minus 14 %. Wo liegen die Ursachen?

Pichler: „Die Weihnachtsfeiertage fielen so, dass die Gäste erst einen Tag später anreisten als im letzten Jahr. Das macht bei einer Dezemberbettenanzahl von rund 13.000 einen Vollbelegstag aus.“ Zudem sperrten aufgrund der Wetterlage die Lifte später auf. St. Jakob startete erst zwei Wochen nach Plan, in Lienz ging der erste Lift erst am 17. Dezember in Betrieb. Ski-Openings zum gewünschten Termin gab es nur im Großglockner Resort und in Sillian. Noch ein Grund für den Rückgang: Die Urlauber bleiben kürzer. Pichler: „Es kommen aber mehr Gäste, die Ankunftszeiten sind gestiegen – eine Bestätigung für unsere Werbeausrichtung.“

Zuversichtlich stimmen die Prognosen für den Jänner, dessen Zahlen noch ausgewertet werden. „Wir rechnen aufgrund der beiden Großveranstaltungen Dolomitenlauf und Interbanccario und der guten Buchungslage mit einem starken Jänner und erwarten ein Plus von 3,5 bis 4 %“, bestätigt Pichler. Die Events füllten das berüchtigte „Jännerloch“, die Betten mussten nicht zu minderen Preisen vergeben werden.

Auffallend groß war im Jänner der Ansturm der Gäste aus Kroatien und Polen im Hochpustertal. Hier geht man von einem Anstieg der Nächtigungen um 7 bis 8 % aus.

Bei den Lienzer Bergbahnen spricht man von einem schwierigen Geschäft im Dezember. „Wir hinken umsatzmäßig um 20 bis 25 % nach“, betont Bergbahnenchef Klaus Hofstätter. „Es fehlte – wie im gesamten Süden – die Winterstimmung, die Zahl der Tagesgäste war rückläufig. Die Frequenzen im Jänner dürften jedoch im Bereich jener des Vorjahres liegen.“

„In Osttirol kämpfen alle Skigebiete mit Rückgängen zwischen 10 und 15 %“, so Heinz Schultz. Das liegt zum Teil am Wetter, aber leider auch an der Unfähigkeit des TVB Osttirol, eine wirkungsvolle Werbung auf die Beine zu stellen.“ Im Zillertal laufe es deutlich besser. Schultz: „Wir sind trotz des ungünstigen Wetterverlaufs fast auf dem Niveau des Vorjahres, das ein sehr gutes war.“

Die Schneelage ist derzeit optimal, im Februar und im März sind wir generell gut gebucht

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 07.02.2012
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