Mittagsruhe am Spielplatz in Kufstein bleibt aufrecht
![]()
Der Funcourt im Kufsteiner Stadtteil Zell war angeblich auch während der Öffnungszeiten des Öfteren verschlossen.Foto: Mader
Foto: Michael Mader
|
||
Von Michael Mader
Kufstein – Auch wenn derzeit auf dem multifunktionalen Ballspielplatz für Kinder – dem Kufsteiner Funcourt im Stadtteil Zell – nicht gespielt wird, sorgt er dennoch für Aufregung bei den Mandataren der Festungsstadt. Grund ist ein Antrag von Gemeinderat Andreas Falschlunger (Grüne), den Funcourt während der Mittagszeit wieder zu öffnen.
„Da ich die Nachmittagsbetreuung mit meinen Schülern mache, nutzen wir den Platz fast täglich. Der ist aber nicht nur zu Mittag geschlossen, sondern teilweise auch während der Öffnungszeiten“, ärgert sich Volksschullehrer Falschlunger. Dass die Kinder rund um den Platz spielen müssen, sei nicht im Sinne der Sache. Ebenso wenig, wie die Stadtpolizei angerufen werden müsse, um den Platz aufzusperren, sollte er verschlossen sein.
Gemeinderat Simon Hermann Huber (Bürgerliste Horst Steiner) meinte in diesem Zusammenhang, dass in Kufstein der Umgang mit Kindern bzw. Spielplätzen überhaupt überdenkt werden müsse: „Man begegnet spielenden Kindern nicht mit der Exekutive. Übertretungen mit der Polizei zu ahnden, widerstrebt mir.“
Vizebürgermeister Walter Thaler (GKL/FPÖ) kann die Argumente von Falschlunger nicht nachvollziehen: „Als betroffener Anrainer weiß ich, wovon ich rede. Du hast als Lehrer einen Schlüssel und kannst aufsperren. Früher sind über 18-Jährige mit ihren Autos gekommen und haben am Funcourt zu Mittag Fußball gespielt.“ Das war mit ein Grund, warum die Benützungsverordnung im Sommer 2009 verschärft worden ist. Die Anlage darf nur von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 20 Uhr sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 14 bis 19 Uhr benützt werden. Zudem darf der Ballspielplatz nur von Personen bis zum vollendeten 14. Lebensjahr verwendet werden. Die Mitnahme und der Konsum von alkoholischen Getränken ist verboten.
Auch Bürgermeister Martin Krumschnabel (Parteifreie) ist nicht begeistert, dass die Polizei den Funcourt überwachen muss: „Die Optik ist nicht optimal, aber die Beschilderung alleine hilft nichts.“ Er könne sich aber kaum vorstellen, dass die Mandatare den damaligen Beschluss wieder rückgängig machen.
Das taten sie dann auch nicht: Mit 20 zu einer Stimme wurde der Antrag von Falschlunger schließlich abgelehnt.



