07.02.2012
Reutte

Ein Neustart mit 83 Prozent

Von Helmut Mittermayr

Lechaschau – „Schade, dass hier alles so eskalieren musste. Aber nun sollte ja ein Neustart gelungen sein.“ Hans-Joachim Boekstegers, Sprecher der Multivac-Gesamtgeschäftsführung, war vor Kurzem nach Lechaschau gekommen, um nach der turbulenten Abwahl des gesamten Betriebsrates Anfang Dezember (die TT berichtete) und der Wahl eines neuen in einer Informationsveranstaltung allen Mitarbeitern den Standpunkt der Konzernleitung klarzulegen.

Mitte Jänner war von der Belegschaft schließlich ein neuer Arbeiterbetriebsrat gewählt worden. Der Weißenbacher Karlheinz Siegele ist neuer Vorsitzender. Obwohl nur eine Liste kandidierte, erhielt die Arbeitnehmervertretung bei 70 Prozent Wahlbeteiligung eine Zustimmung von immerhin 83 Prozent.

Boekstegers erklärte gegenüber der Tiroler Tageszeitung, dass das deutsche Mutterhaus die Vorgänge sehr kritisch verfolgt und den Standort auch hinterfragt hatte. Wie sicher seien überhaupt noch Investitionen in Lechaschau, war die Frage. Er gab aber auch gleich Entwarnung: „Vier Millionen Euro investieren wir hier heuer, vor allem in den Maschinenpark. Allerdings haben die öffentlichen Feststellungen der Tiroler Gewerkschaftsspitze im Zuge der Betriebsratsabwahl noch ein Nachspiel. Wir bringen Klage wegen Verleumdung ein.“

Andreas Schaller, Chef der 310 Mitarbeiter am Außerferner Fertigungsstandort Lechaschau, sieht der künftigen Zusammenarbeit mit dem neuen Betriebsrat positiv entgegen: „Das sind alles Leute mit Hausverstand. Ich erwarte mir deshalb einen partnerschaftlichen Umgang.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 07.02.2012
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