07.02.2012
Imst

Ausländer springen bei wenig begehrten Jobs ein

Das AMS Imst zieht Bilanz: weniger Arbeitslose als im Vorjahr, vor allem bei den Jungen. Dafür finden Ältere immer schwerer einen Job.
Das Zimmermädchen heißt jetzt Housekeeperin. Die Arbeit soll durch Schulungen aufgewertet werden, etwa beim Bettendekorieren.Symbolfoto: Shutterstock
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Von Renate Schnegg

Imst – Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk Imst sank von 2010 auf 2011 um 4,1 Prozent, bei den jungen Arbeitssuchenden (15 bis 19 Jahre) gar um 12,9 Prozent. Übel sieht es bei den 50-Jährigen oder Älteren aus: Deren Zahl nahm um 5,9 Prozent zu. Es werde immer schwieriger, die älteren Arbeitslosen unterzubringen, bedauert AMS-Imst-Chef Erwin Klinger. „Trotz Förderung und Qualifizierung“, bekräftigt Stellvertreterin Luise Mungenast. Komme eine körperliche Einschränkung hinzu, „wird‘s noch schwieriger“. Ein Teufelskreis, etwa für Bauarbeiter: Erst holen sie sich am Bau den körperlichen Schaden und finden dann deshalb keine Arbeit mehr.

Nicht eingetroffen sind Befürchtungen, dass durch die Ostöffnung im Mai 2011 (alle EU-Bürger ausgenommen Bulgaren und Rumänen dürfen ohne Bewilligung in Österreich arbeiten) die Zahl der Arbeitslosen in die Höhe schnellen würde. Zunahmen an Ostarbeitern habe es in Sparten gegeben, „in denen Unterkunft geboten wird. Arbeitslosengeld darf nur kassieren, wer in Österreich seinen Hauptwohnsitz hat. Es ist eben nicht so einfach, seine Heimat zu verlassen“, meint Klinger. Man könne heilfroh um die Ostarbeiter sein, „sie machen Jobs, die Einheimische nicht tun wollen, etwa Zimmermädchen“. Zudem seien Jobs im Bezirk Imst nur in der Wintersaison interessant, „weil die Sommersaisonen so kurz sind“, fügt sie an.

Wie dynamisch bzw. saisonal der Arbeitsmarkt wirklich ist, beweisen die Zu- und Abgänge beim AMS Imst: 2011 suchten 10.625 einen Job, 11.193 fanden ihn – in durchschnittlich 57 Tagen. „Das ist ein Spitzenwert, österreichweit beträgt die Verweildauer nämlich knapp 100 Tage“, sagt Klinger nicht ohne Stolz.

Apropos Zimmermädchen: Sie heißen jetzt Housekeeper und werden gefördert, etwa mit einem Kurs im Herbst. „Der Berufsstand soll aufgewertet werden. In den guten Häusern werden sie nicht mehr nur als Putzfrauen betrachtet, die Betriebe investieren viel Geld in Schulungen, denn Zimmermädchen sind dem Gast am nächsten“, macht Mungenast deutlich.

Für heuer geht Klinger davon aus, „dass einige Baustellen aufgrund der Witterung später anfangen. Wirtschaftsforscher sagen eine gebremste Konjunktur voraus, was wohl für etwas mehr Arbeitslose sorgen wird.“ Genaueres wisse man bis Jahresmitte.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 07.02.2012
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