Imst stellt Jagden auf neue Beine
Von Alexander Paschinger
Imst – Es geht um die Vorgänge rund um die Jagd Oberstadt: Wer wird sie bis 2015 pachten? Warum ist ausgerechnet der Obmann der Jagdgenossenschaft, Vizebürgermeister Gebhard Mantl, Abschussnehmer bei den derzeitigen Jagdherren? „Die Optik ist nicht gut“, stellte Stadtrat Helmuth Gstrein beim letzten Imster Gemeinderat in den Raum.
Die Geschichte ist kompliziert: Nachdem der ursprüngliche 10-Jahres-Pachtvertrag nach fünf Jahren (2010) gekündigt worden war, teilten sich zwei Imster einen zweijährigen Abschussvertrag. Die beiden Waidmänner verstehen sich inzwischen nicht mehr. Eine Aufteilung des Jagdgebietes unter den Jägern scheiterte. So holte der Ausschuss der Jagdgenossenschaft jeweils ein Angebot ein. Beide bewegten sich um die 20.000 Euro pro Jahr, jedoch herrschte Unklarheit, ob mit oder ohne der Jagdabgabe.
Im Jänner jagte eine Ausschusssitzung die andere, Anrufe bei Bürgermeister Stefan Weirather hatten die Folge, dass auch dieser zuletzt an einer Sitzung teilnahm. Immerhin gilt die Stadt mit 90 Prozent Anteil als größter Grundeigentümer innerhalb der Jagdgenossenschaft.
Weirather fordert seinerseits Transparenz bei der anstehenden Vergabe. Mantl verspricht auch selbiges: Er werde bei der Vollversammlung alles auf den Tisch legen. „Ich habe die Verhandlungen geführt – und das werde ich der Vollversammlung präsentieren. Als Obmann habe ich bei der Vergabe kein Stimmrecht.“ Da könne dann alles passieren – sogar eine Neuausschreibung der Jagd Oberstadt. Mehrheitsvertreter Weirather will die Diskussion in der Vollversammlung abwarten und deren Willen berücksichtigen. Dass er, Mantl, Abschussnehmer in der Oberstadt sei, „ist völlig egal, ich übe kein Stimmrecht aus“. Auch habe er sich erst 2011 eingekauft.
Die Vollversammlung findet noch in diesem Monat statt: Als Erstes wird die Jagdgenossenschaft aufgelöst – an ihre Stelle treten fünf neue, die auch den fünf Imster Jagdgebieten entsprechen.



