07.02.2012
Innsbruck Land

Paragraph bedroht Existenz mehrerer Unterhausklubs

Nach einem Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Schwaz zittern die Fußballklubs aus Uderns und Ried/Kaltenbach um ihr Überleben.
Kommentar

Von Alex Gruber

Uderns, Ried – Im tiefsten Winter und einige Wochen vor dem geplanten Frühjahrsstart quält die Kickergemeinde der SVG Uderns (2. Klasse Ost) und des SV Ried/Kaltenbach (Bezirksliga Ost) ganz andere als sportliche Sorgen. Nach einem Schreiben der BH Schwaz (siehe Faksimile) bangen beide Klubs um ihre wirtschaftliche Zukunft.

„Laut Gesetz ist diese Anordnung ja okay, aber wir brauchen eine Ausnahmegenehmigung, sonst müssen wir zusperren“, erklärt Martin Flörl, Vereinsoberhaupt der gesamten Sportvereinigung Uderns, wie prekär die Lage ist. Dass die angebrachten Werbemittel die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer auf der Zillertalstraße B169 gefährden, weist er von der Hand: „Bei uns sind 45 Tafeln betroffen. Aber die kleinen Tafeln an der Bande, die 80 Meter von der Straße weg sind, liest doch keiner mehr. Außerdem fahren hier in der Hochsaison 25.–30.000 Autos täglich, das macht auf Jahre Millionen und mir soll einer erklären, wann ein Verkehrsteilnehmer deswegen in den letzten Jahren einen Unfall hatte“, vermisst Flörl jede Logik. Sein Namensvetter aus Ried/Kaltenbach, Obmann Jürgen Flörl, hält sich bedeckt und hat die Causa an den Bürgermeister übergeben. „Aber eines ist klar: Wenn dir diese Sponsoreinnahmen in Zukunft fehlen, macht‘s keinen Sinn mehr.“ Bei Ried/Kaltenbach sind sogar 60 Werbetafeln und somit viel bares Geld von der Anordnung betroffen. Bei Landesligist Fügen flatterte das Schreiben noch nicht ein. Obmann Johannes Mayr: „Wir haben noch nichts bekommen, aber es wurde uns angekündigt. Es wird in ganz Tirol Vereine betreffen, die zusperren können. Wir schauen, dass wir kostendeckend gut arbeiten und eine gute Jugendarbeit leisten, und dann so was“. Martin Flörl bläst in Uderns ins selbe Horn: „Wir sollen schauen, dass der Nachwuchs in geordnete Bahnen kommt und dann putzen sie dich als Verein mit so einer Anordnung her. Ohne die Tafeln können wir die Sektion Fußball schließen. Es wären gut 80 Kinder, die bei uns trainieren, betroffen.“

TFV-Präsident Josef Geisler zittert mit den Klubs: „Selbst wenn ich länger überlege, frage ich mich nach dem Hintergrund dieser Bestimmung. Eine Exekution wäre fatal. Es ist absurd.“ Die einzig gute Nachricht: Die für 10. Feber angesetzte Frist zur Abmontage der Tafeln wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 07.02.2012
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