Dauerfrost: Heizrekord in Tirol
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Die sibirische Kälte hat Tirol auch weiterhin im Griff. Der Gasabsatz liegt derzeit 30 Prozent über dem Bedarf an normalen Wintertagen.Foto: Keystone
Foto: Volkmar Schulz / Keystone
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Innsbruck – Die Kältewelle hat Tirol fest im Griff: Mit minus 28,9 Grad war Tannheim in der vergangenen Nacht der kälteste Ort Österreichs. Prognosen für die kommenden Tage zeigen: Es bleibt eisig. Der Dauerfrost wirkt sich auch auf den Heizbedarf aus: Beim Gasverbrauch wurde gestern in Österreich die Allzeit-Rekordmarke von 2,3 Mio. Kubikmetern pro Stunde geknackt.
Wegen der sibirischen Kälte wurden die Gaslieferungen aus Russland in den letzten Tagen um 30 % gedrosselt. Auf die Endkunden habe das aber keinerlei Auswirkungen, betont E-Control-Gasexperte Michael Schmölzer. Auch Philipp Hiltpolt von der Tigas gibt Entwarnung: „Wir sind mit unserem hochmodernen System auch auf solche außergewöhnlichen Situationen eingestellt.“ Durch den verhältnismäßig warmen Winterbeginn hätten die Gasversorger genügend Zeit gehabt, um die Speicher zu füllen. Der Gasabsatz würde durch die extreme Kälte in Tirol derzeit ungefähr 30 % über dem Bedarf an einem durchschnittlich kalten Wintertag liegen, sagt Hiltpolt. Der Preis würde dabei aber konstant bleiben.
Die Tigas hatte den Erdgas-Gesamtpreis erst im Jänner um 3,5 % erhöht. „Die Tarife sind langfristig kalkuliert, ich sehe in nächster Zeit keinen Grund für eine Preiserhöhung“, erklärt Hiltpolt. Außerdem rechne man in den nächsten Wochen wieder mit normalen Temperaturverhältnissen: „Irgendwann wird der Frühling wieder kommen.“
Bis dahin bewegen sich die Preise für Heizöl, mit dem rund die Hälfte der Tiroler Haushalte einheizt, auf hohem Niveau: Momentan kostet ein Liter Heizöl einen Euro, vergangene Woche lag der Preis noch bei 99 Cent. Karl Lamprecht, Geschäftsführer der Sparte Energiehandel der Wirtschaftskammer Tirol, sieht keinen Zusammenhang zwischen der Rekordkälte und den Preisen: „Die Heizölpreise hängen schon lange von branchenuntypischen Parametern wie Börsennotierungen, Abstufungen von Ratingagenturen oder Terroranschlägen ab, nicht mehr vom Verbrauch.“ Im Vergleich zum relativ milden Jänner sei der Preis sogar um 1,4 % gefallen, betont Lamprecht. Inwieweit sich der gestiegene Wärmebedarf auf die gesamte Saison auswirkt, könne man noch nicht sagen. Lamprecht rät den Verbrauchern, Heizstoffe vorausschauend einzukaufen und günstige Angebote wahrzunehmen.
Großes Einsparungspotenzial bieten Pellets: Der Kostenvorteil gegenüber Heizöl beträgt im Jänner 2012 53 %, gegenüber den Gaspreisen knapp 45 %. Allerdings stieg auch der Pelletpreis gegenüber dem Vorjahr um 2,4 %.
Im österreichweiten Vergleich sind die Energiepreise in Tirol günstig. Die Tiwag senkte mit 1. Februar 2012 die Strompreise um 4,24 %, die Innsbrucker Kommunalbetriebe um 4,57 %. Im Schnitt geben die Tiroler 582 Euro pro Jahr für Strom aus, das sind rund 132 Euro weniger als beim Spitzenreiter Oberösterreich. (cs, APA)



