06.02.2012, 18:35  Aktualisiert: 06.02.2012, 18:50 
Tirol

Mehrere Verletzte auf Tirols Pisten: Bub (2) niedergefahren

Die Pistenretter hatten am Sonntag und Montag alle Hände voll zu tun. Unter den Opfern war auch ein zweijähriges Kind.
Der Notarzthubschrauber musste ausrücken, um Verletzte auf Tiroler Pisten zu versorgen.
Foto: thomas böhm photographie imst

Hochötz, Lermoos, Steinach, Wildschönau – Mehrere Pistenunfälle hielten am Sonntag und am Montag die Helfer in Atem.

Besonders rücksichtslos verlief ein Unfall in Lermoos. Dort wurde ein Zweijähriger aus Deutschland von einem Skifahrer übersehen und angefahren. Das Kind war mit seinen Eltern unterwegs. Bei dem ersten Zusammenstoß passierte beiden Verunfallten gar nichts. Doch gerade als der Kleine wieder auf seinen Beinen stand kam ein zweiter Skifahrer mit überhöhter Geschwindigkeit und fuhr ihn über den Haufen. Während der erste Unfallteilnehmer stehenblieb und Erste Hilfe leistete, fuhr der zweite Fahrer einfach davon. Er trug einen blauen Anorak, eine schwarze Hose und einen schwarzen Helm. Der Bub musste mit Verdacht auf Bruch einer Wachstumsfuge ins Krankenhaus Garmisch gebracht werden. Die Polizei bittet um Hinweise.

Schwer verletzt wurde auch ein belgischer Skifahrer, der am Sonntag im Bereich der Acherkogel Talstation im Skigebiet Hochötz über den Pistenrand hinausschoss und 25 Meter über steil abfallendes Gelände in einen Wald stürzte. Er musste schwer verletzt mit dem Notarzthubschrauber in die Klinik Innsbruck gebracht werden.

Wenig glimpflich endete auch der Rodelausflug zweier Freund in Steinach am Brenner. Die Elfjährigen waren am Sonntag mit einem Kinderlenkbob und einer Kinderrodel auf der Rodelbahn Bergalm talwärts unterwegs. Etwa auf halber Strecke wurde einer der Buben mit dem Lenkbob von einem anderen Rodler von hinten angefahren.

Der Unglücksfahrer blieb stehen und kümmerte sich um den Verletzten, der über Bauchschmerzen klagte. Der unbekannte Rodler bot auch an, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Elfjährige lehnte das allerdings ab, worauf alle drei zur Talstation abfuhren. Nachdem der Bub weiter über Bauchschmerzen klagte, suchte die verständigte Mutter mit ihm einen Arzt auf, der ihn in die Klinik nach Innsbruck überwies. Dort wurde ein Einriss der Milz festgestellt.

Beim Rodler handelte es sich vermutlich um einen rund 30-jährigen Deutschen mit mittelgroßer, schlanker Statur. Er trug einen schwarzen Skihelm mit orangefarbener Skibrille. Die Polizei bittet den Rodler, sich zu melden.

Im Krankenhaus landete auch ein Brite, der am Sonntagnachmittag mit einem Landsmann im freien Skiraum in der Oberen Gesenkalm in der Wildschönau unterwegs war. Die beiden gerieten in einen unwegsamen Graben, der stark vereist war. Dort rutschte der 30-Jährige rund 20 Meter ab und zog sich schwere Rückenverletzungen zu.

Die beiden Skifahrer konnten nicht mehr weiter und alarmierten die Einsatzkräfte. Sie wurden vom Notarzthubschrauber geborgen und ins Krankenhaus Kufstein geflogen. (tt.com)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mo, 06.02.2012  18:35
aktualisiert: Mo, 06.02.2012  18:50
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