Sozialpartner auf Kuschelkurs, Ärger über AK
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Beim Grundverkehr sind sich die Wirtschaftskammer und die Landwirtschaftskammer alles andere als grün. Jetzt taue das Eis, heißt es.Foto: Böhm
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Von Anita Heubacher
Innsbruck – Die Sozialpartnerschaft hat die Eiszeit bereits überwunden. Tauwetter ist angesagt, nachdem man fast zwei Jahre lang nicht an einem Tisch gesessen war, traf man sich am Montagabend. Das Gesprächsklima sei angenehm gewesen, hieß es gestern unisono. Einzig für Verstimmung hat gesorgt, dass AK-Präsident Erwin Zangerl (VP) dem ersten Treffen ferngeblieben ist. Er sei aufgrund eines Notfalls beruflich verhindert gewesen, erklärte Zangerl.
Dabei waren es gerade der AK-Präsident und sein Pendant in der Wirtschaftskammer, Jürgen Bodenseer, die sich via Medien und Ansprachen am häufigsten matchten. Die AK habe sich eineinhalb Stunden vor Sitzungsbeginn entschuldigen lassen, merkt Bodenseer an. Ein Wermutstropfen aus seiner Sicht. Künftig will die Sozialpartnerschaft gerade in den Bereichen Bildung und Lehre vereint auftreten. Es sei gut, an einem Tisch zu sitzen, sagt Bodenseer. Im Mai trifft man sich das nächste Mal.
„Wenn man austeilt, darf man nicht zimperlich sein“, lautet die Devise von ÖGB-Vorsitzendem Otto Leist (SP). Unklarheiten gelte es nicht via Medien abzuhandeln. „Einen Maulkorberlass braucht es aber nicht.“ Die Zusammenarbeit der Sozialpartnerschaft beurteilt er mit zurückhaltendem Optimismus. „Das wird die Zukunft zeigen.“
IV-Präsident Reinhard Schretter glaubt, „dass es viele Themen gibt, die man gemeinsam angehen muss“. Vor allem im Bereich der Bildung und Ausbildung sieht er Synergien. Das Gesprächsklima sei „in Ordnung“ gewesen, besser, man tausche sich untereinander aus als via Medien, findet Schretter. Bedauerlich sei das Fernbleiben der AK gewesen.
Das sieht der Präsident der Landwirtschaftskammer, Josef Hechenberger, ebenso. Das Treffen stelle dennoch „einen wichtigen Impuls“ dar. Hechenberger wittert Morgenluft. Sogar beim Grundverkehr sehen er und Bodenseer eine Annäherung. Wie berichtet, sind sich WK und Bauern beim Grundverkehr alles andere als grün. Man müsse nicht immer einer Meinung sein, aber manche Themen gemeinsam besetzen, sagt Hechenberger.



