Goldmord: Indizien, aber keine Beweise
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Innsbruck, Wiesing – Hat der 51-jährige Polizist aus dem Unterland tatsächlich die Raika-Filialleiterin (49) ermordet? Eine Frage, die derzeit nur mit Hilfe von Indizien beantwortet werden kann – „von einem eindeutigen Beweis kann man derzeit nicht sprechen“, sagt Hansjörg Mayr, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft. Ein Ermittler ergänzt: „Die Spurenauswertung ist noch im Gange und könnte durchaus zu einem klaren Beweis führen. Momentan liegen eher nur Indizien vor.“
Indizien, die der Verdächtige möglicherweise zum Teil entkräften könnte. Wie etwa seine Fingerabdrücke, die die Spurenexperten des Landeskriminalamtes am Wagen des Mordopfers fanden. Der Verdächtige und das Opfer kannten sich, ihre Arbeitsplätze liegen nur wenige Schritte auseinander. Christoph Hundertpfund, stv. Chef des Landeskriminalamtes räumte auch ein, dass der Polizist gezielt über mehrere Wochen hinweg die Bekanntschaft der Raika-Mitarbeiterin gesucht haben soll. Zeugen wollen die beiden auch gemeinsam gesehen haben. Seine Fingerabdrücke an ihrem Wagen wären dadurch leicht erklärbar.
Ähnlich die Situation mit der Signalfackel, mit der der Wagen des Mordopfers vergeblich in Brand gesteckt wurde. Die Ermittler fanden bei der Hausdurchsuchung in der Wohnung des Verdächtigen nicht nur Fackeln des gleichen Typs, sondern auch eine Mail, mit der der Polizist die Teile bereits vor Jahren bestellt hatte.
Allerdings: Der Beschuldigte ist nicht nur Sprengstoffexperte, sondern war auch Veranstalter von professionellen Feuerwerken. So hat der Beamte bereits vor Jahren bei Freilicht-Theateraufführungen für pyrotechnische Spezialeffekte gesorgt und seine Dienste als Feuerwerker im Internet angeboten. Durchaus eine Erklärung für den Besitz von Signalfackeln.
Schwieriger wird‘s mit dem Chloroform: Mit dieser Substanz wurde das Mordopfer betäubt, einen Behälter mit diesem alten Narkosemittel fanden die Ermittler im Gartenhaus des Polizisten.
„Wir verkaufen Chloroform nur an Wissenschafter oder Tierärzte, ein Normalbürger kommt auf legale Weise nicht an das gesundheitsgefährdende Mittel“, sagt eine Innsbrucker Apothekerin. Früher sei Chloroform allerdings als Fleckentferner auch in Haushalten verwendet worden.
Übrigens: Am Tag nach dem Mord wollte der Polizist angeblich seinen Schrebergarten an die Gemeinde zurückgeben. (tom)



