Trachtler beugen sich nur dem Regen
Von Christoph Mair
Innsbruck – Sie waren auch gekommen, um zu marschieren und zu repräsentieren: Über 180 Trachtler aus ganz Tirol wollten samt Musikkapellen und Schützenkompanie bei ihrer Landesversammlung am Sonntag in Innsbruck auch ein sichtbares Zeichen nach außen setzen.
Doch der abschließende Umzug musste wetterbedingt kurzfristig abgesagt werden. So blieb den Trachtlern nur der morgendliche Auftritt beim Landesüblichen Empfang vor der Hofburg, um Flagge zu zeigen. Und nach einer feierlichen Messe in der Jesuitenkirche ging‘s eiligen Schrittes die wenigen Meter zur Mitgliederversammlung im Stadtsaal. Dort wurde gewählt. Doch anders als derzeit in Innsbruck, wo das politische Duell um den Chefsessel zwischen Amtsinhaberin Christine Oppitz-Plörer und Herausforderer Christoph Platzgummer mit teils scharfen Tönen noch bis kommenden Sonntag andauert, war der Entscheid bei den Trachtlern einmütig und unkompliziert in wenigen Minuten per Handzeichen der Delegierten erledigt. Obwohl sich sogar LH Günther Platter der Wahl stellen musste. Doch er wurde als Präsident des Landestrachtenverbandes für die nächsten drei Jahre ebenso bestätigt wie Oswald Gredler als Obmann. Sein Team bleibt mit wenigen Veränderungen aus persönlichen Gründen ebenso das gleiche. „Diesen Zusammenhalt würde ich mir in der Politik manchmal wünschen“, kommentierte Platter die Einmütigkeit.
Obmann Gredler will im kommenden Jahr die Aktion „Tirol trägt Tracht“ (immer am dritten Sonntag im September) weiterentwickeln und auch nach Südtirol ausdehnen. In der Jugendarbeit soll ein Schwerpunkt auf die Initiative „Brauchtanz“ gelegt werden, bei der die Trachtler das Bewusstsein für Tracht, Tanz und Tradition an die Volksschulen bringen. 3000 Kinder seien damit bis dato erreicht worden, am Ende sollen es 4000 sein. Der Landestrachtenverband zählt derzeit rund 10.000 Mitglieder in 100 Vereinen, darunter rund 3000 Kinder.





