Bezirksjägermeister schießt scharf gegen Fehlschüsse
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Rund 1700 Jagdtrophäen aus dem ganzen Bezirk wurden am Wochenende im Imster Glenthof der Öffentlichkeit präsentiert. Landeshauptmann Günther Platter verteidigte in seiner Ansprache einmal mehr die Jagd als Landeskultur, die einen Wirtschaftswert von 50 Millionen Euro darstellt.Fotos: Ploder
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Von Thomas Ploder
Imst – Bei der Trophäenschau im Glenthof in Imst präsentierte die Jägerschaft des Bezirks die Ergebnisse der abgelaufenen Jagdsaison. Den Laien unter den Besuchern wurde wohl erst dabei bewusst, dass dabei das Geweih jedes erlegten horntragenden Wildes präsentiert werden muss. Einerseits wird damit die Erfüllung der Abschussquote nachgewiesen, andererseits durch eine Kommission die Qualität des Abschusses erfasst.
Bezirksjägermeister Norbert Krabacher lobte die steigende Qualität der rund 1700 Trophäen. In vielen Revieren werden die Tiere zunehmend älter, die Trophäen damit deutlich reifer. Ein Trend, den Krabacher fortgesetzt wissen will. Bei Fehlabschüssen oder nicht fachgerecht vorbereiteten Trophäen werden die entsprechenden Jäger durch einen roten Ring an der Trophäe mit Namensnennung, Revier und Abschussdatum regelrecht an den Pranger gestellt. In diesem Jahr betraf dies insgesamt 65 von mehr als 2000 erlegten Tieren. Um zukünftig die Zahl an Fehlabschüssen weiter zu verringern und die „schlampigen Jäger“ zu mehr Qualität anzuregen, plant Krabacher im kommenden Jahr eine eigene „Präsentation der roten Ringe“, in der diese jagdlichen Verfehlungen noch mehr als bisher auf einer eigenen Tafel herausgestellt werden sollen.
Neben den Dauerthemen wie Tbc, Abschussquoten und Jagdgesetznovelle bestimmte auch die laufende Diskussion über die Auftritte des Landeshauptmannes als Jäger die Reden. „Es ist Tiroler Sitte, wenn einmal der Wind geht, geht man keinen Schritt zurück, sondern einen Schritt voraus“, betonte LH Günther Platter, der neben jenen in Seefeld und St. Anton a. A. in diesem Jahr demonstrativ auch die Trophäenschau in Imst besuchte. „Es hat die Jagd eine besondere Tradition, nicht nur als Kulturgut, sondern auch als Teil der Landesidentität“, so Platter weiter, „deshalb bekennt sich das Land Tirol eindeutig zur Jagdgenossenschaft Tirol.“ Hiermit meint der Landeshauptmann alle rund 16.000 Jäger des Landes und appelliert angesichts der 98 Prozent jagdlich genutzter Fläche und eines Wirtschaftswerts von rund 50 Millionen Euro an den Zusammenhalt der Jägerschaft.
Angesichts der vielstimmigen Kritik durften auch Lob und Anerkennung nicht fehlen. So betonten alle Redner unisono die gute Zusammenarbeit von Jägerschaft, Behörde – insbesondere der Bezirksforstinspektion – und den Grundbesitzern. Besonderes Lob wurde der Wildzählung zuteil, die sich wegen des schneereichen und kalten Winters als besonders schwierig erwies. „Deshalb verzichte ich auch auf eine Kritik an der Abschussquote“, betonte BH Raimund Waldner. Diese lag mit insgesamt rund 75 Prozent im Landesschnitt, was nach Ansicht der Jägerschaft einerseits an den schlechten Jagdbedingungen, andererseits an zu hohen Bestandsschätzungen liegt.







