06.05.2012, 11:33  Aktualisiert: 29.11.2012, 09:07 
Tirol

Mord an Tiroler Rotlicht-Größe: Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Knapp 48 Stunden nachdem ein 51-jähriger Innsbrucker im Mordfall Auer festgenommen wurde, hat der Haftrichter den Antrag auf Untersuchungshaft abgewiesen.
Wer hat Anton Auer ermordet? Ein Verdächtiger wurde gerade wieder auf freien Fuß gesetzt.
Foto:

Von Marco Witting

Innsbruck

– Verhaftung am Donnerstag. Überstellung in den Ziegelstadel am Freitag. Und am Samstagabend war ein 51-jähriger Beschuldigter aus Innsbruck plötzlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Mordfall Anton Auer (der Zuhälter und Geldverleiher wurde vor 22 Jahren mit einer Pistole regelrecht hingerichtet) nahm in den vergangenen Tagen ständig neue Wendungen.

Am Wochenende gab es für Polizei und Staatsanwaltschaft die Überraschung: Denn der Antrag der Anklagebehörde über die Verhängung einer Untersuchungshaft wurde vom Haftrichter abgewiesen. Der 51-Jährige ist damit wieder frei.

Was zu dieser Entscheidung geführt hat, erfährt die Staatsanwaltschaft Innsbruck heute, wenn der Beschluss zugestellt wird. „Bisher haben wir wegen des Wochenendes noch nicht Einsicht bekommen“, erklärt der stellvertretende Sprecher der Anklagebehörde, Thomas Willam gegenüber der TT. Dann hat die Staatsanwaltschaft theoretisch 14 Tage Zeit, dagegen Beschwerde einzulegen. Ob die Anklage davon Gebrauch machen werde, wollte Willam noch nicht kommentieren. Dazu müsse man erst die Begründung des Gerichts abwarten. Auch unter welchen Verdachtsmomenten der 51-Jährige am Donnerstag von Beamten des Landeskriminalamts festgenommen wurde, blieb weiter offen. „Aus kriminaltechnischen Gründen“, wie Willam erklärte. Fest steht, dass der 51-Jährige frei ist und theoretisch auch das Land verlassen könnte.

Der Innsbrucker war nach dem Tod von Auer mit dessen Witwe, einer stadtbekannten Prostituierten, eine Beziehung eingegangen. 18 Jahre dauerte diese, ehe die Frau im Juli 2010 verstarb – an einem natürlichen Tod, wie Ermittlungen der Gerichtsmedizin und des Landeskriminalamts ergaben. Daran hatte der 51-Jährige allerdings stets gezweifelt und in Zeitungsinterviews angedeutet, der Verdächtige im so genannten Goldmord von Wiesing, ein Polizist aus dem Bezirk Kufstein, hätte ihm die Lebensgefährtin damals „ausgespannt“.

Für die Ermittler sind die Parallelen, die der Mann zwischen dem Mord in Wiesing und dem Tod seiner damaligen Lebensgefährtin zog, allerdings haltlos.

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 06.05.2012  11:33
aktualisiert: Do, 29.11.2012  09:07
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