08.05.2012
Imst

Ein Jahr, das Spuren beim Roten Kreuz hinterließ

Das neue Tiroler Rettungsgesetz sorgte auch beim Imster Roten Kreuz für Turbulenzen. Den Trend zur Freiwilligkeit konnte es nicht stoppen.
Rotkreuz-Bezirksstellenleiter Günter Kugler schwor das Team auf die Zukunft ein: Weitere Verschlechterungen will er verhindern.Fotos: Stecher
Foto: bernhard stecher
   

Von Bernhard Stecher

Mils – Bezirksstellenleiter Günter Kugler sah bei der jüngsten Generalversammlung im Milser Stadl die Auswirkungen der neuen Verordnung des Rettungsgesetzes differenziert. „Oben“ habe sich wenig getan, sagt der Bezirksstellenleiter. Die gefahrenen Kilometer, die freiwilligen Einsatzstunden und dergleichen seien nahezu ident.

In der „zweiten Stufe, also bei den Mitarbeitern, der strategischen und operativen Arbeit“ hätten sich sehr wohl Änderungen ergeben. Gerade was die Finanzierung durch die Gemeinden, also den „allgemeinen Geldfluss“, betreffe, habe sich seit dem 1. Juli 2011 eine „Kompetenzverschiebung“ ergeben, das Ganze sei nicht mehr so einfach wie vorher. „Noch einmal eine Stufe darunter“, bei den Krankentransporten, der Disposition durch die Leitstelle und den geänderten Ausbildungsvorschriften, seien die Änderungen am gravierendsten, so Kugler.

Er wolle nicht die negativen Schlagzeilen auffrischen, aber für die Patienten habe es durchaus „spürbare Veränderungen“ gegeben. Das Rote Kreuz habe aber keine Alternative gehabt, sei praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt worden und nun gebe es kein Zurück mehr. Man müsse mit dem Ist-Zustand leben und das Beste daraus machen, obwohl „das Jahr bei uns allen Spuren hinterlassen hat“.

Kugler schwor sein Team auf die Zukunft ein. „Wir werden die jeweils beste Lösung finden und umsetzen“, sagte er. Es könne aber auf Dauer nicht sein, dass „die beste Qualität zum geringsten Preis geliefert wird“. Zwar komme man bei den technischen Änderungen, den neuen Vorschriften für Dienstpläne und Ähnlichem nicht aus, man werde aber dafür eintreten, „dass es trotz geringem Verhandlungsspielraum zu keinen weiteren Verschlechterungen kommt“. Grundsätzlich sei das Jahr abgesehen von den Rahmenbedingungen wirtschaftlich gut verlaufen, weil man sich gut vorbereitet gehabt habe. Auch die Zahl der Freiwilligenstunden sei über den Erwartungen gelegen. Dazu passend wurden bei der Versammlung zehn neue Rettungssanitäter angelobt.

Das Rote Kreuz fährt im Bezirk Imst jährlich rund 26.000 Kranken- und Rettungstransporte mit insgesamt 1,35 Millionen Kilometer. Derzeit zählt es 34 Hauptamtliche, 40 Zivildiener und rund 675 freiwillige Mitarbeiter.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 08.05.2012
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