Schulsozialarbeiter helfen Eltern und Lehrern
Von Walter Zwicknagl
Jenbach – „Bei Konflikten können wir das soziale Klima entlasten. Das Pilotprojekt in Imst, das im Jahr 2008 gestartet wurde, hat den besten Beweis dafür geliefert“, sagte Gesundheits- und Soziallandesrat Gerhard Reheis in der Neuen Mittelschule Jenbach. Dort ist nach dem Imster Vorbild seit Februar für die Polytechnische Schule und die zwei Neuen Mittelschulen mit insgesamt 411 Schülern der 32-jährige Schulsozialarbeiter Matthias Kranebitter im Einsatz. Für 71 Beratungen und vier Kriseninterventionen war er in seiner noch kurzen Dienstzeit in Jenbach schon zur Stelle. „Die Kosten tragen je zur Hälfte Land und der bisherige Hauptschulverband. Ich hoffe, dass das nicht nur eine kurzfristige Einrichtung ist. Der Bedarf ist gegeben“, stellte BM Wolfgang Holub (Jenbach) als Obmann des Schulsprengels fest.
Mit Mobbing, Gewalt und Konflikten auch im Elternhaus der Kinder hatte sich der Schulsozialarbeiter bisher zu befassen. „Auf der Prioritätenliste stehen Grenzüberschreitung in der Klasse, Aggression, Klassenklima, familiäre Konflikte, Liebe und Sexualität sowie Verhaltensauffälligkeiten ganz oben“, wusste Kranebitter. „Wenn nur ein Kind vor einer stationären Betreuung bewahrt wird, hat sich das schon gerechnet“, ist LR Reheis überzeugt. Und er überlegt schon, den Bund in ein derartiges Projekt einzubeziehen. Auch in Innsbruck wird schon laut über dieses Modell gesprochen. „Je früher geholfen wird, umso effizienter ist es. Kinder soll man in Krisen nicht herumreichen und im Endeffekt passiert dann nichts“, meinte Rosalinde Kunwald von der Jugendwohlfahrt der Bezirkshauptmannschaft Schwaz.
„Landesweit gibt es auch 50 Beratungslehrer, vier davon sind im Bezirk Schwaz“, zeigte BSI Astrid Rödlach auf. Konkurrenz zwischen den einzelnen Einrichtungen gebe es keine, war das Resümee von Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harrasser. Jedenfalls begrüßen die Direktoren der Jenbacher Schulen die neue Einrichtung.



