Ein Jahr Verdacht zu Auer-Mord
Von Reinhard Fellner
Innsbruck – Schon seit einem Jahr führt die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen jenen 50-jährigen Tiroler, der letzte Woche, 22 Jahre nach der Ermordung der Innsbrucker Rotlichtgröße Anton Auer, verhaftet worden war.
Die Anklagebehörde tritt damit Gerüchten entgegen, wonach der Mann jetzt nur deshalb festgenommen worden war, da er sich selbst zum Goldmord in Wiesing mehrfach medial in Szene gesetzt hatte und dabei Parallelen zum Tod der Witwe Auers und der ermordeten Bankangestellten aufgezeigt hatte. „Der entsprechende Hinweis erging an uns schon vor einem Jahr. Seither wird von der Polizei gegen den Mann ermittelt“, bestätigte dazu gestern Staatsanwalt Hansjörg Mayr der Tiroler Tageszeitung.
Gegen die Enthaftung des ehemaligen Lebensgefährten von Anton Auers Witwe wird die Staatsanwaltschaft Innsbruck deshalb Beschwerde beim Oberlandesgericht erheben. „Für die Anklagebehörde besteht gegen die Person weiterhin dringender Mordverdacht. Wir können in diesem Punkt der Haftrichterin nicht folgen, auch wenn sie ihre Entscheidung nachvollziehbar begründete“, erklärte Mayr weiters der TT.
Die Staatsanwaltschaft wird die Entscheidung der Haftrichterin auf Entlassung deshalb nun auf Rechtmäßigkeit vom Oberlandesgericht überprüfen lassen. Bis dahin bleibt der 50-Jährige auf freiem Fuß. Vielleicht hilft inzwischen Kommissar Zufall: „Die Ermittlungen gestalten sich nach dem langen Zeitraum für die Polizei naturgemäß schwierig“, stellte Mayr fest.
Verhaftung am Donnerstag. Überstellung in den Ziegelstadel am Freitag. Und am Samstagabend war der 50-Jährige plötzlich wieder auf freiem Fuß. Der wieder aufgeflammte Mordfall Auer nahm in den vergangenen Tagen ständig neue Wendungen. Der ins Visier der Ermittler geratene Innsbrucker beteuert vehement seine Unschuld.





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