Rechnungshof zerpflückt die „Eule“
![]() Foto: TT / Thomas Boehm
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Von Peter Nindler
Innsbruck – Auch das Therapiezentrum der Lebenshilfe „Eule“ und sein ehemaliger Geschäftsführer Dieter Schatz sind jetzt in das Visier des Landesrechnungshofes geraten. Der vorliegende Rechnungshofbericht spricht Bände. Unabhängig davon, dass für erbrachte Leistungen keine positiven Bescheide des Landes vorlagen, die „Eule“ 2009 und 2010 Verluste von 298.000 Euro bzw. 637.000 Euro schrieb und vor dem finanziellen Ruin stand, dürfte der ehemalige Geschäftsführer seine Stellung ziemlich großzügig interpretiert haben. Deshalb distanziert sich die neue Lebenshilfe-Präsidentin Gerhild Murauer von der Art der Geschäftsführung des Anfang des Vorjahres abgelösten „Eule“-Managers. Rückforderungen werden gestellt. Aktuell werden in der „Eule“ 750 Kinder mit „schweren“ Entwicklungsstörungen und psychischen Störungen betreut.
Laut Rechnungshof entsprach die Gebarung der „Eule“ nicht den Grundsätzen der Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit. Die Dokumentationsstandards in der Spesenabrechnung und Buchhaltung waren unzureichend. Welche Belege wurden also abgerechnet?
Da findet sich etwa eine Rechnung für ein „Paar-intensiv-Seminar“ an einem Wochenende in Höhe von 730 Euro: vier Tage in einem Viersternehotel. Auch Literatur über englische Grammatik wurde auf „Eule“-Kosten bestellt. Bei einer Vielzahl von Bewirtungsspesen konnte der Rechnungshof keine betriebliche Notwendigkeit erkennen, weil sie von der Art und Höhe privaten Ausgaben entsprechen. Dass der Geschäftsführer seinen Bruder mit der Entwicklung und Umsetzung des Projektes „Klientendatenbank“ beauftragte (65.000 €), bewertet der LRH als „In-sich-Geschäft“. Gleichzeitig vermisst er nachvollziehbare Arbeitsergebnisse.
Die grüne Landtagsabgeordnete Christine Baur ist entsetzt über die Vorgänge in der „Eule“ und über die Geschäftsführung. „Aber da hat der Landesrechnungshof ohnehin klar Stellung bezogen.“ Was die Leistungsabgeltung für die Behandlung von entwicklungsgestörten Kindern und Jugendlichen betrifft, fordert Baur vom Land und der Gebietskrankenkasse Unterstützung. „Hier benötigt es eine Tarifanpassung.“





