21.06.2012, 16:09  Aktualisiert: 21.06.2012, 20:14 
Tirol

22-jähriger Engländer stirbt bei Raftingunfall in Fließ

Das Boot kenterte kurz nach dem Einstieg bei einer großen Welle, der Urlauber wurde von der Strömung mitgerissen. Wiederbelebungsmaßnahmen waren vergeblich.
Auch bei Zams wurde am Donnerstag nach dem Raftingunfall die Wasserrettung alarmiert.
Foto: zoom-tirol

Fließ - Der Inn bei Fließ war am Donnerstagnachmittag Schauplatz eines Raftingdramas. Ein 22-jähriger Brite verlor sein Leben, der Bootsführer und die übrigen Passagiere überstanden den Unfall weitgehend unverletzt.

Die Tragödie ereignete sich bald nach der Abfahrt von der Ablegestelle in Fließ: Drei Rafting-Boote mit insgesamt etwa 20 Personen an Bord starteten in Richtung Landeck. Plötzlich geriet ein Boot durch eine Welle aus dem Gleichgewicht und kenterte. Die sieben Passagiere, offenbar allesamt aus England, stürzten ins Wasser.

Für den Großteil der „Schiffbrüchigen“ endete der Unfall glimpflich. Dank ihrer Schwimmwesten konnten sie sich an der Wasseroberfläche halten, bis die beiden nicht gekenterten Boote zur Stelle waren. Den Bootsführern und Passagieren gelang es, vier der sieben Briten weitgehend unverletzt aus dem Wasser zu ziehen und in die Rafting-Boote zu hieven.

Auf Anforderung der Leitstelle Tirol startete ein Team der Wasserrettung Landeck kurz nach 14 Uhr zum Such- und Bergeeinsatz. Der Inn führte starkes Hochwasser. „Minuten später kam eine Entwarnung der Leitstelle, alle Personen des gekenterten Raftingboots sollen in Sicherheit sein“, schilderte Einsatzleiter Michael Huber. „Danach hieß es, die britische Raftinggruppe habe einen Mann in der Fließer Au, etwa drei Kilometer unterhalb des Bootsunfalls, aus dem Wasser bergen können.“ Wie sich herausstellte, waren alle Reanimationsversuche vergeblich, der Brite war offenbar bereits tot. Zwei weitere Schiffbrüchige wurden zunächst vermisst. Den beiden Abgängigen gelang es aus eigener Kraft, das rettende Ufer zu erreichen. Wie die ersten Ermittlungen der Polizei ergaben, waren alle Passagiere vorschriftsmäßig ausgerüstet.

Noch am Donnerstagnachmittag begannen die Beamten mit den Einvernahmen der Überlebenden. Die Polizisten prüfen auch, ob möglicherweise ein Fehler des Bootsführers für die Tragödie verantwortlich war. (TT)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 21.06.2012  16:09
aktualisiert: Do, 21.06.2012  20:14
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