Begleitung in fordernden Zeiten
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Die Teilnehmerinnen bei der Exkursion mit den Lehrgangsleiterinnen Christina Gleinser (rechts) und Elfriede Aufschnaiter (links). Viel zum Ausprobieren gab es beim Montessori-Vortrag.
Foto: Aufschnaiter
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Von Verena Hofer
St. Johann i. T. – Rund 80 Prozent der pflegebedürftigen Personen werden von den Angehörigen zu Hause betreut und gepflegt – große Belastungen und auch Überforderung sind keine Seltenheit. Aus diesem Anlass wurde das Projekt „Mit Angehörigen“, kurz MiA, von der Caritas Salzburg ins Leben gerufen. Erstmals konnten Interessierte im Bezirk Kitzbühel diesen Lehrgang besuchen. Elf Frauen haben die 45 Kursstunden mit zwei Exkursionen erfolgreich absolviert. Die Zertifikate wurden gestern Nachmittag verliehen.
„Gehen pflegende Angehörige einkaufen, dann werden diese gefragt, wie es ihrer Mutter geht, aber nur selten nach dem eigenen Wohlbefinden“, erklärt Kursleiterin Christina Gleinser die Grundidee der Ausbildung: „MiA-Begleiter sollen Angehörige im häuslichen Bereich unterstützen, damit das eigene Leben trotz einer fordernden Aufgabe bereichernd und befriedigend gelebt werden kann“. Die Inhalte der Ausbildung erstreckten sich vom Umgang mit Krankheit bis hin zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen. „Wichtig sind auch die Abgrenzung sowie der Umgang mit Stress“, sagt Gleinser. Gemeinsam mit Elfriede Aufschnaiter hat sie die Module, die einmal im Monat an einem Samstag stattfanden, geleitet. Besonders beeindruckend war für die Kursteilnehmer die Exkursion in das Caritas-Behindertendorf St. Jakob an der Großglocknerstraße und auch ins Altenheim Kitzbühel. Aber auch die Praxis durfte nicht fehlen: Verschiedene Materialien für ältere Menschen wurden im Kurs selbst ausprobiert.
Die Ausbildungskosten wurden von den drei Heimatorten der Teilnehmer übernommen. Die Gemeinden St. Johann, Kirchdorf und Oberndorf verfügen nun über MiA-Ehrenamtliche, die sich um die pflegenden Angehörigen kümmern. „Die Ausgebildeten sind aber nicht als Entlastungsdienst für die Angehörigen gedacht“, stellt Gleinser klar und fügt hinzu, dass durch Gespräche das Wohlbefinden der Betreuer gestärkt werden soll. „Denn die meisten Angehörigen verlieren in dieser intensiven Zeit den sozialen Kontakt“, erzählt die Projektleiterin.
Im Bezirk Kufstein üben die ehemaligen Kursteilnehmer bereits ihre Tätigkeit aus. „In Wörgl und Wildschönau bekommen pflegende Angehörige Unterstützung“, berichtet Gleinser. Die Kontaktaufnahme erfolgt dabei über den Sozialsprengel, das Altenheim und die Pfarrgemeinde.
Gefördert wird das grenzübergreifende Projekt von der Europäischen Union, dem Fonds Gesundes Österreich sowie der Caritas. In Bayern, Innsbruck und Salzburg sind Lehrgänge bereits unter dem Namen NaMaR (Netzwerk für alte Menschen im alpenländischen Raum) durchgeführt worden. „Das Projekt läuft nach zwei Jahren heuer im Herbst aus“, erklärt Gleinser und ergänzt, dass bereits an einem neuen Fortbildungsmodell gearbeitet wird. Angedacht ist dabei, den Schwerpunkt auf Demenz zu setzen.
Ein Wunsch der Kursleiterin ist, dass die Orte Folder produzieren, wo das neue Angebot den Einwohnern präsentiert werden kann.







