Virgentaler Senioren treffen sich zum Surfen
Von Claudia Funder
Virgen – Mit der Maus in der Hand den Computer bedienen, im Internet in die weite Welt eintauchen, Freundschaften über soziale Netzwerke knüpfen, Fotos bearbeiten oder mit den Kindern und Enkeln skypen – viele Osttiroler Pensionisten kennen diese Aktivitäten bestenfalls vom Hörensagen.
In Virgen können sie nun in Gesellschaft Gleichgesinnter dieses Neuland erkunden, unter Anleitung, aber abseits jeglichen Leistungsdrucks. Älteren Talbewohnern wird der Zutritt in die digitale Welt ab sofort schmackhaft und vor allem leicht gemacht.
2009 vom Pensionistenverband Österreich als seniorenfreundliche Gemeinde ausgezeichnet, wartet der 2200-Seelen-Ort nun mit einem zusätzlichen attraktiven Angebot auf: Die Seniorenstube wurde um eine so genannte „Computeria“ erweitert, die erste dieser Art im Bezirk Lienz.
Möglich gemacht hat dieses Vorhaben ein Sonderbudget des Landes, das derartige Einrichtungen fördert. Die Eröffnung der Virgentaler Computeria Sen-Vi-Tal fand gestern durch LHStv. Gerhard Reheis statt, der lobende Worte fand: „Das Projekt dient dazu, neugierig zu machen und Neugier zu stillen.“ Die Begeisterung der alten Menschen sei vorhanden, man müsse nur Rahmenbedingungen schaffen, damit die Begeisterung auch umgesetzt werden könne.
Es gehe, erklärte Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler, nicht nur um das Aneignen von Wissen, sondern auch um den Austausch sowie um die Steigerung des Selbstwerts. Die aktive Teilnahme der Senioren am gemeinschaftlichen Leben werde damit unterstützt.
Das Interesse an dem Angebot sei schon jetzt riesig. Bruggenthaler: „30 Personen haben sich bisher zu den Kursen angemeldet. „Die älteste Teilnehmerin ist 77 Jahre alt.“
In der gemütlichen Atmosphäre der umgebauten Seniorenstube und in Kleinstgruppen von maximal vier Teilnehmern sind anfängliche Berührungsängste vor neuen Medien rasch vergessen. Mit Begeisterung sitzen Emilie Jester und Margret Egger vor den Laptops, an die barrierefreie Tastaturen mit extragroßen Lettern angeschlossen sind. Da wird nach Herzenslust ausprobiert, gestaunt und gelacht. Denn der Spaßfaktor soll bei diesem Projekt im Vordergrund stehen.
Die Seniorenstube ist mit acht Arbeitsplätzen, fünf Laptops und Drucker ausgestattet. An der Wand ist ein großformatiger Flatscreen installiert. Einheiten zu jeweils zweimal 50 Minuten unter Anleitung eines der beiden Trainer finden wöchentlich statt – zu keiner fixen Zeit, sondern nach individueller Absprache mit den Teilnehmern.
„Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 16.000 Euro“, erklärt BM Ruggenthaler. „7000 Euro davon übernahm das Land.“






