Kirche fragt die Osttiroler nach ihren Wünschen
Lienz, Sillian – Statt selbst zu predigen, wollen die Dekanate Lienz und Sillian die Menschen in Osttirol zu Wort kommen lassen. Und das auf eine für die katholische Kirche ungewöhnliche Art: per Fragebogen. „Wir wollen eine hörende Kirche sein und in Dialog treten“, erklären der Lienzer Dekan Bernhard Kranebitter und Pfarrgemeinderat Andreas Weiskopf. Ziel ist es, möglichst viele Leute persönlich zu erreichen, und zwar nicht nur praktizierende Katholiken, sondern auch so genannte „kirchenferne“ Personen.
Scheinbar simpel, aber doch schwer sind die zehn Fragen, auf die anonym geantwortet werden kann. So soll man seine Nähe zu Gott auf einer Skala von eins bis zehn bewerten. Ein guter Teil der Fragen hat allgemein menschliche Themen zum Inhalt. „Was sollen die Menschen einmal von Ihnen in Erinnerung behalten?“, heißt es da etwa. Heiße Eisen wie zum Beispiel der Zölibat werden nicht direkt angesprochen. „Solche Fragen können wir hier in Osttirol auch nicht lösen. Es geht uns eher darum, was ein gelingendes Leben ausmacht“, erklärt Weiskopf. Verteilt werden die Fragebögen nicht nur bei Messen, sondern in persönlichem Kontakt und über die Schulen. Die Ergebnisse sollen in einem Buch mit dem Titel „Wir sind Kirche in Osttirol“ fließen. Unter allen Teilnehmern wird eine Fahrt nach Assisi verlost. (co)






