27.01.2013, 14:12  Aktualisiert: 27.01.2013, 20:08 
Landeck

Erneut Stromausfall bei Venetbahn – Ursache für Kabelbrand unklar

Über 100 Menschen fanden sich in stehengebliebenen Sesselliften wieder, konnten aber schnell befreit werden.
Die Notstromleitung im Brand.
Foto: ZOOM-TIROL

Landeck – Ein Unglück kommt selten allein, dachte sich wohl gestern die ohnehin stets von Finanzsorgen geplagte Führung der Landecker Venet-Bergbahnen. Erst am Freitag hatte ja ein Wasserrohrbruch bei der Beschneiungsanlage einen Hangrutsch ausgelöst. Dieser zerriss wiederum die Stromleitung und das Steuerkabel der Vierer-Sesselbahn. Zehn Fahrgäste mussten aus einer Gondel abgeseilt werden. Erst Sonntagfrüh konnte die Stromversorgung mittels Notkabel von der Tiwag wiederhergestellt werden.

Ein Provisorium, das allerdings nur wenige Stunden hielt. So stand die auf der Piste verlegte Leitung schon bald in Brand und sorgte für einen erneuten Stromausfall. Diesmal befanden sich zwar die Gondeln in den Stationen, aber auch 140 Personen auf den Sesselliften und weitere 40 Personen ohne Skiausrüstung in der Bergstation.

Venet-Vorstandsassistent Andreas Kurz zur TT: „Die Bergung von 140 Skifahrern vom Sessellift war gegen 13.30 Uhr abgeschlossen. Wir fuhren sie per Notprogramm bergab. Alle Personen ohne Skiausrüstung wurden noch am Nachmittag mit drei Hubschraubern ins Tal geflogen.“

Die Ursache für den Brand in der Leitung dürfte laut Hubert Wörle von der Tiwag-Netz AG ein Problem mit einer Muffe gewesen sein. „Auf 60 Metern wurden alle drei Phasen beschädigt“, berichtet er. Nachdem das Kabel nur oberirdisch und im Steilhang verlegt worden war, haben sich die Flammen durch die Kaminwirkung nach oben gefressen.

„Die Witterungsbedingungen bei den Arbeiten am Freitag waren sehr schlecht“, erklärt er die möglichen Hintergründe für den Vorfall. Als das Notkabel, das gestern zu brennen begonnen hatte, verlegt wurde, war es sehr kalt.

Nach wenigen Stunden intensiver Arbeit gelang es den Arbeitern gestern Abend, die Versorgung wiederherzustellen. Ab 17.42 Uhr konnte der Strom wieder ohne Einschränkungen fließen. Es blieb die Hoffnung, dass man künftig vor derlei Ausfällen verschont bleibt. (fell, mr)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 27.01.2013  14:12
aktualisiert: So, 27.01.2013  20:08
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