26.02.2010
Kitzbühel

Neuer Schwung in alten Mauern

Der neue Leiter der Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel hat viel vor: Noch heuer wird die Behörde kundenfreundlicher und auch ein Neubau ist für Bezirkshauptmann Michael Berger unumgänglich.

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Seit knapp einem Monat steht der Fieberbrunner Michael Berger an der Spitze der Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel. Er hat somit die ersten, arbeitsintensiven Wochen hinter sich, und neben der ersten Vorstellungsrunde durch den Bezirk galt es, eine Bestandsaufnahme der BH selbst zu machen. „Das ging aber recht schnell. Ich war ja viele Jahre in der BH Kitzbühel, bevor ich nach Kufstein gewechselt bin. Es hat sich nicht sehr viel verändert in dieser Zeit“, erklärt Berger gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Dass soll nun aber anders werden. Der Bezirkshauptmannschaft stehen veränderungsreiche Monate und Wochen bevor. „Die räumliche Situation ist mein erster Schwerpunkt, da wir Agenden dazubekommen und deshalb Platz brauchen“, erklärt Berger. Dazu wird eine Dienstwohnung in der BH aufgelassen, um Platz für weitere vier Büros zu schaffen.

Schon in Kufstein hatte sich Berger einen Namen gemacht, indem er die BH in der Festungsstadt bürgernäher gestaltete. Genau hier will der neue Bezirkshauptmann auch in Kitzbühel ansetzen. Noch in den nächsten Monaten soll ein Bürgerservicebüro in der BH eingerichtet werden. Dort bekommt man dann zum Beispiel seinen Pass oder seinen Führerschein, alles aus einer Hand. „Es ist nicht logisch, wenn beim Passamt zehn Leute anstehen und bei der Führerscheinausgabe keiner. Hier lassen sich Sachen zusammenlegen – im Interesse des Kunden. Ich bin zuversichtlich, dass wir das bis Mitte des Jahres umsetzen können“, erklärt Berger. Mehr als ein Provisorium wird es aber nicht werden, denn für ihn ist die Zeit der BH Kitzbühel in den alten Räumlichkeiten abgelaufen. Auf einen möglichen Neubau will er mit dem Bürgerservicebüro jedoch nicht warten.

Für ihn ist klar, dass die Bezirkshauptmannschaft in neuen Räumlichkeiten untergebracht werden muss. „Nachdem ich das Gebäude ja sehr gut kenne, bin ich der Überzeugung, dass es nur einen Neubau geben kann, wenn wir uns zeitgemäß aufstellen wollen“, unterstreicht der neue Bezirkshauptmann. Die Entscheidung liege aber nicht nur bei ihm, „meine Aufgabe kann es lediglich sein, auf unsere schwierige Situation aufmerksam zu machen und Kontakte zu knüpfen“, stellt Berger klar. Die Entscheidung liege bei den Politikern. Hier müssen sich vor allem das Land Tirol und die Stadt Kitzbühel einig werden. Gehört doch das Grundstück, welches man für einen BH-Neubau anvisiert hat, der Gamsstadt. „Ich spüre aber viel Verständnis für unsere Situation, insbesondere bei Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler, und ich bin zuversichtlich, dass wir noch im Verlauf des heurigen Jahres die entscheidenden Weichen stellen können“, gibt sich Berger sehr zuversichtlich. Der Neubau sollte im Bereich Gries entstehen, in unmittelbarer Nähe des Bundesamtsgebäudes mit der Polizei und dem Finanzamt. „Wir brauchen Platz für etwa 100 Personen. Auch die Außenstellen sollten dann in der neuen BH Platz finden, um alles unter einem Dach zu haben“, schildert Berger. Den Platzbedarf schätzt er auf etwa 2800m2 Bürofläche, derzeit sind es kaum 1800m2 in der Kitzbüheler Innenstadt.

Den Schwerpunkt im Bezirk sieht er im Bereich Tourismus. „Gewerbe und Tourismus sind natürlich auch bei uns große und bedeutende Bereiche, welche mir auch wichtig sind. Im Sozialbereich kommt ebenfalls einiges auf uns zu und die Jugendwohlfahrt ist leider ein Wachstumsbereich im negativen Sinne“, sagt der Bezirkshauptmann.

Stellung bezieht Berger zu den Vorwürfen, dass die Behörde, die Hotels betreffend, Brandmeldeanlagen zu wenig kontrollieren würde. „Wir haben natürlich die Aufgabe, die Brandmeldeanlagen zu kontrollieren, aber es ist nicht vorgeschrieben und auch nicht möglich, dies flächendeckend zu machen“, sagt der Bezirkshauptmann. Wenn die Feuerwehren aber mit schwarzen Schafen zu kämpfen haben, sollten diese der Gewerbebehörde gemeldet werden. „Wenn es Missstände gibt, gehen wir den Vorwürfen sicher konsequent auf den Grund“, erklärt Berger.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 26.02.2010
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