19.11.2011
Wohnen

Initialzündung zur Steigerung der Baukultur

Von Edith Schlocker

Klagenfurt – Rund 2000 Kilometer quer durch Österreich hat eine von Otto Kapfinger, Eva Rubin und Jurij Sadar gebildete Jury zurückgelegt, um die 37 für den ZV-Bauherrenpreis 2011 nominierten Projekte vor Ort zu besichtigen. Fünf davon befand sie eines Preises würdig, darunter den Freiraum Ahorn, den das Innsbrucker Büro M9|Lanzinger für die Mayrhofner Bergbahnen gebaut hat.

Der als verglaste Brücke kühn über dem Abrund schwebende Bau bringe „urbanes, schnörkelloses Flair ins Hochgebirge. Von der Konstruktion bis ins Detail innovativ, ökologisch vorbildlich.“ Mit dem Preis verknüpft die Jury nicht zuletzt die Hoffnung, mit diesem schlichten Baukörper aus dunkelgrauem Sichtbeton „eine Initialzündung zur Steigerung der Baukultur in der Region einzuleiten“.

Ein weiterer Preis ging bei der gestrigen Verleihung der ZV-Bauherrenpreise in Klagenfurt an das von Dietmar Feichtinger, „Fritsch, Chiari & Partner“, Priebernig und Müller & Klinger geplante Klinikum Klagenfurt. Hier wurde der Mut der Bauherrenschaft belohnt, „alte Betriebsmuster umzustellen“, um statt eines Hochhauses eine niedrige „Gartenstadt“ zu bauen.

Im Vergleich dazu ist die von Hansjörg Thum geplante Antenne in Nenzing ein winziges Projekt. Preiswürdig durch die „vorbildliche Revitalisierung“ eines alten Stadels zur Bühne für Kunst und Kultur. Ein weiterer Preis ging an das von Heidl Architekten umgebaute Bankhaus Spängler in Linz.

Bauherrenpreis Nr. 5 für die Erweiterung der Landwirtschaftlichen Berufsschule Ritzlhof in Haid in Oberösterreich kann teilweise für Tirol reklamiert werden. Bestand das Planungsteam doch aus dem Oberösterreicher Raimund Dickinger und dem Innsbrucker Mario Ramoni.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 19.11.2011
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