15.01.2012
Kino-Kritik

Menschen und Muppets – eine Lovestory

Der Film „Die Muppets“ ist ein Liebeslied an die herzigen Puppen: Statt Sex and Crime gibt‘s Love and Fun.

Von Cornelia Ritzer

Wien – Der Dreh des Films „Forgetting Sarah Marshall“ führte den Schauspieler und Drehbuchschreiber Jason Segel (bekannt als Marshall aus der Serie „How I Met Your Mother“) und den Regisseur Nicholas Stoller zusammen. Im Finale der Komödie ist ein Puppenmusical zu sehen, für das die Jim Henson Company die Puppen entwarf – und da fing es den beiden Muppets-Fans Segel und Stoller in den Fingern zu jucken an. Sie planten, die Mannschaft rund um Frosch Kermit, Miss Piggy und Co. nach jahrelanger Abstinenz wieder auf die große Leinwand zu bringen und einer neuen Generation vorstellen. Kann das gutgehen? Ja!

Denn die gutherzigen Figuren sind auch im Jahr 2012 so herrlich bunt, puppenhaft und angenehm altmodisch, wie man sie kennt. Auch die Story ist warmherzig bis ins kleinste Detail, sogar das kleine Städtchen, in dem die Brüder Gary (Segels satter Grinser im Film verrät, dass er sich damit einen Bubentraum erfüllt) und Walter leben, könnte die knuddelige Kulisse der „Gilmore Girls“ sein. „Die Muppets“ bieten aber auch Skurriles: So ist Walter ein Muppet – der aber als normaler, wenn auch etwas klein geratener Mensch behandelt wird. Walter ist aber nicht nur eine Puppe, sondern ein riesiger Muppets-Fan. Als Gary seine zauberhafte Verlobte Mary (Amy Adams) zum zehnjährigen Beziehungsjubiläum nach L.A. einlädt, kommt der kleine Bruder natürlich mit: Eine Tour durch die Muppets-Studios steht auf dem Plan.

Angekommen wird rasch klar: Der Stern der Muppets ist gesunken und der fiese Ölbaron Tex Richman (cool verkörpert von Chris Cooper) hinter dem Grundstück her. Nicht um dort ein Muppets-Museum zu errichten, wie er vorgibt, sondern um nach Öl zu bohren. Um das zu verhindern, braucht‘s zehn Millionen Dollar. Was liegt also näher, als dass Walter, Gary und Mary die Muppets-Truppe wieder zusammentrommeln? Gesagt – und in witzigen Episoden und Bildern und mit von Darstellern und Puppen mitreißend performten Songs getan.

Eine Show wie zu guten alten Zeiten soll das benötigte Geld in die Kassen der Puppen spülen: Doch Hindernisse wie die Renovierung des verfallenen Theaters, die Suche nach einem Sender und einem Star, der die Show präsentiert und Zeitdruck müssen überwunden werden. Außerdem fehlt noch Miss Piggy, die als Modezeitschrift-Herausgeberin in Paris – Vogue-Chefin Anna Wintour lässt grüßen – eine Karriere gestartet hat und immer noch an der verkorksten Lovestory mit Kermit knabbert. Aber weil‘s um den Glauben an das Gute im Menschen – und im Muppet – geht, wird das Ende happy sein. Und happy machen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 15.01.2012
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