Erstmals zwei österreichische Filme im Wettbewerb von Cannes
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Michael Haneke geht mit dem Film „Amour“ ins Rennen um die Goldene Palme.
Foto: APA
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Cannes – Die Sensation ist perfekt: Erstmals stehen zwei österreichische Filme im Wettbewerb der 65. Filmfestspiele von Cannes (16. bis 27. Mai). Michael Hanekes „Amour“ und Ulrich Seidls „Liebe“, der erste Teil seiner „Paradies“-Trilogie, konkurrieren von 16. bis 27. Mai um die „Goldene Palme“, den renommiertesten Filmkunstpreis. „Das ist äußerst erfreulich für Österreich“, kommentierte Hanekes Produzent Veit Heiduschka in einer ersten Reaktion, während sich Ulrich Seidl „nichts Besseres“ vorstellen kann, „als wenn eine Trilogie in Cannes im Wettbewerb startet“. Im starken Aufgebot für die Croisette befinden sich auch Filme von David Cronenberg, Ken Loach, Walter Salles, Alain Resnais, Cristian Mungiu, Jacques Audiard und Thomas Vinterberg.
„Haneke gegen Seidl - wie sie Film denken und sprechen, wie sie Filme machen, unterscheidet die beiden prägendsten Regisseure des österreichischen Kinos grundsätzlich“, meinte Martin Schweighofer von der Austrian Film Commission (AFC). Dass nun beide für den Wettbewerb in Cannes ausgewählt wurden, ist für Schweighofer „ein Feiertag für den österreichischen Film“. Gemeinsam ist den beiden Filmemachern zumindest der Titel ihrer aktuellen Filme: Bei „Amour“ von Haneke wird ein Schlaganfall zur Bewährungsprobe für ein altes Musikprofessoren-Paar und deren Tochter (u.a. Jean-Louis Trintignant und Isabelle Huppert). In „Liebe“ wirft Seidl einen Blick auf europäische Frauen, die an den Stränden Kenias junge afrikanische Männer für Liebesdienste aufgabeln.
Haneke hat bereits 2009 mit „Das weiße Band“ in Cannes triumphiert und die Goldene Palme mit nach Hause genommen. Seidl war für „Hundstage“ in Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet und zuletzt mit „Import Export“ in den Wettbewerb von Cannes geladen worden. Für den Wiener ist das zweite Mal „genauso schön“, wie er gegenüber der APA bekräftigte. Er erhofft sich nun mit dem Trilogie-Start in Cannes, seine weiteren zwei „Paradies“-Teile „Glaube“ und „Hoffnung“ bei kommenden Festivals präsentieren zu können und damit „eine größere Breitenwirkung“ zu erzielen.
Dass gleich zwei von insgesamt 22 Filmen im Wettbewerb aus Österreich stammen, spricht laut Heiduschka „für die heimischen Filmproduzenten und Regisseure“. Die Konkurrenz, die aus 1.779 Werken weltweit ausgewählt wurde, ist diesmal wieder besonders stark. Auf dem roten Teppich zeichnet sich schon jetzt ein Schaulaufen der Regie- und Schauspielstars ab. Die Jury wird in diesem Jahr vom Italiener Nanni Moretti geleitet.
Vertreten sind diesmal vor allem viele Filme aus Amerika, darunter „Mud“ des US-Regisseurs Jeff Nichols, die Jack-Kerouac-Verfilmung „On the Road“ des Brasilianers Walter Salles mit Kristen Stewart oder „Cosmopolis“ des Kanadiers David Cronenberg, in dem Stewarts „Twilight“-Partner Robert Pattinson mitwirkt. Um die „Goldene Palme“ wetteifern auch „The Paperboy“ des US-Filmemachers Lee Daniels mit Zac Efron und Nicole Kidman sowie „Killing Them Softly“ des Australiers Andrew Dominik mit Hollywood-Star Brad Pitt. Eröffnet wird das Filmfest am 16. Mai mit „Moonrise Kingdom“ von Wes Anderson, der eine Starbesetzung mit Edward Norton, Bruce Willis, Bill Murray, Frances McDormand und Tilda Swinton zu bieten hat.
Zum Abschluss des Festivals am 27. Mai soll in diesem Jahr der letzte Film des kürzlich verstorbenen französischen Regisseurs Claude Miller gezeigt werden, „Therese D.“. Die durch den Stummfilm „The Artist“ international bekannt gewordene französische Schauspielerin Berenice Bejo moderiert in diesem Jahr das Filmfest. Im offiziellen Programm sind insgesamt 54 Filme aus 26 Ländern. Alle Filme werden in Cannes heuer als Welt-Premiere gezeigt. (APA)
aktualisiert: Do, 19.04.2012 15:51



