26.07.2012, 11:43  Aktualisiert: 26.07.2012, 12:48 
Filmfestival von Venedig

Ulrich Seidls Film „Paradies: Glaube“ im Wettbewerb

Der Film „Paradies: Glaube“ des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl wird beim 69. Internationalen Filmfestival von Venedig (29. August bis 8. September) im Wettbewerb um den Goldenen Löwen starten.
Ulrich Seidl ist mit seinem Film „Paradies: Glaube“ im Renne um den Goldenen Löwen.
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

Venedig – 18 Filme werden vom 29. August bis zum 8. September ins Rennen um den „Goldenen Löwen“ der 69. Filmfestspiele von Venedig gehen. Der Österreicher Ulrich Seidl kämpft mit seinem Film „Paradies: Glaube“ gegen Schwergewichte wie Terrence Malick, Brian De Palma, Takeshi Kitano und Marco Bellocchio. Die Titel von 17 Streifen teilte der Direktor des Filmfestivals, Alberto Barbera, bei einer Pressekonferenz in Rom am Donnerstag mit, ein Überraschungsfilm soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

Zwei Jahre nach der Goldenen Palme in Cannes mit „The Tree of Life“ stellt der US-Regisseur Terrence Malick in Venedig seinen neuen Streifen „To the Wonder“ vor, eine Liebesgeschichte mit Ben Affleck und Rachel McAdams in den Hauptrollen. Brian De Palma geht mit der deutsch-französischen Produktion „Passion“ ins Rennen um den Goldenen Löwen. Paul Anderson, Noomi Rapace und Rachel McAdams übernehmen die Hauptrollen. Der japanische Meister Takeshi Kitano stellt seinen Film „Outrage Beyond“ vor, die Fortsetzung seines Streifens Autoreiji (2010). Der Franzose Olivier Assayas stellt in Venedig seinen Film „Apres Mai“ vor.

Der italienische Regisseur Marco Bellocchio präsentiert den Film „La bella addormentata“ (Dornröschen), der in Italien schon vor seiner offiziellen Vorstellung viel Polemik ausgelöst hat. Der Streifen kreist um die 2009 verstorbenen Wachkoma-Patientin Eluana Englaro, deren Schicksal Italien entzweit und eine heftige Debatte über das Sterberecht ausgelöst hatte. Der 71-jährige Bellocchio hatte vergangenen Jahr den Goldenen Löwen des Filmfestivals für sein Lebenswerk. Weitere Regisseure im Rennen in der Hauptschiene sind Peter Brosens und Jessica Woodworth mit „La cinquieme Saison“, der Italiener Daniele Ciprí mit „É stato il figlio“, sowie der US-Regisseur Harmony Korine mit „Spring Breaker“ und die Italienerin Francesca Comencini mit „Un giorno speciale“.

Malick, De Palma und Redford als Stars beim Festival erwartet

Große Namen sollen auch außerhalb des Wettbewerbs dem Filmfestival Glanz verleihen. Robert Redford zeigt in Venedig seinen Polit-Thriller „The Company You Keep“. Darin treten auch Susan Sarandon, Julie Christie, Nick Nolte, Chris Cooper und Richard Jenkins auf. Redford, der zugleich Regie führt, spielt einen Anwalt, der von seiner Vergangenheit als Anhänger der radikalen Gruppe „Weather Underground“ eingeholt wird. Er wird als Todesschütze beschuldigt und muss ein ehemaliges Mitglied finden, das seine Unschuld beweisen kann. Die Story beruht auf dem gleichnamigen Roman von Neil Gordon.

Die indische Regisseurin Mira Nair wird das Filmfestival mit dem politischen Thriller „The Reluctant Fundamentalist“ nach einem Roman des Schriftstellers Mohsin Hamid am 29. August öffnen. Im Film übernehmen Kate Hudson, Kiefer Sutherland und Liev Schreiber die Hauptrollen. Der Streifen kreist um einen jungen Pakistaner, der nach dem Studium in Harvard nach New York zieht und eine Karriere an der Wall Street beginnt. Hier erlebt er einen tiefen Konflikt zwischen seinem amerikanischen Traum und seinen pakistanischen Wurzeln.

Die Jury des Filmfestivals steht unter dem Vorsitz von US-Regisseur und Produzent Michael Mann. Zur Jury gehören auch die französische Schauspielerin Laetitia Casta, die französisch-schweizerische Filmregisseurin Ursula Meier, die Filmemacher Matteo Garrone, Ari Folman und Pablo Trapero sowie der Produzent Peter Ho-Sun Chan.

Österreichisches Filmmuseum zeigt restaurierte „American Dreams“

„Paradies: Glaube“ wird nicht der einzige Film mit Österreich-Bezug sein, der in Venedig gezeigt wird. Laut Austrian Film Commission (AFC) läuft in der Reihe „Venice Classics“ der vom Österreichischen Filmmuseum aufwendig restaurierte US-Avantgardefilm-Klassiker „American Dreams“ von James Benning (1984). Das vom Verfall bedrohte Originalmaterial konnte im Zuge eines digitalen Restaurierungsprojekts in Kooperation mit der Filmgalerie Krems wiederhergestellt werden. Der Film liege nun in einer neuen 35mm-Kopie sowie als DVD-Publikation des Filmmuseums vor, heißt es in einer Aussendung der AFC. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 26.07.2012  11:43
aktualisiert: Do, 26.07.2012  12:48
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