14.04.2011
Gesundheit

Den Sockel des Krans stärken

Über Rückenprobleme klagen viele, ein Grund dafür kann eine zu schwache Tiefenmuskulatur sein. Tipps, wie man diese mit einfachen Mitteln kräftigt.
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Informationen

Body&Mind Trend Convention: Noch mehr Informationen über das Training der Tiefenmuskulatur erhalten Interessierte am 30. April/1. Mai bei der Body&Mind Trend Convention an der USI Innsbruck. Veranstalter ist der Österreichische Fachverband für Turnen und die Innsbrucker Fitnesstrainerin Monika Gander.

Ablauf/Info: An beiden Tagen kann man an über 30 Kursen rund um die Themen Pilates, Yoga, Zumba, Latin, Qi Gong usw. teilnehmen. Infos und Anmeldung unter www.oeft.at/bmtc.

Von Irene Rapp

Innsbruck – Die Innsbrucker Fitness-Expertin Monika Gander kann, was die menschliche Tiefenmuskulatur betrifft, mit einem schönen Bild aufwarten. „Diese knochennahen Muskeln sind wie der Sockel eines Krans. Ohne ihn würde der Kran sofort umfallen, wenn sich sein Arm bewegt.“

So weit, so gut, zurück zum Menschen. Rund 650 Muskeln sind bekannt, je knochennäher diese sind, desto mehr dienen sie der Stabilisation des Körpers – sprich, damit man nicht umfällt. Allerdings werden diese tief liegenden Muskeln bei vielen Trainingsarten zu wenig beansprucht, zudem baut man ab dem 30. Lebensjahr schon wieder Muskelmasse ab. „Ganz zu schweigen davon, wenn man sich überhaupt wenig bewegt“, nennt Gander einen weiteren Aspekt. Die Folgen liegen auf der Hand: Besagte Muskeln werden schwach und kraftlos, Fehlhaltungen, Gleichgewichtsprobleme, Rückenschmerzen, Verspannungen mit einhergehenden Kopfschmerzen usw. können zum mitunter schwerwiegenden Problem werden.

Die Tiefenmuskulatur kräftigen lautet daher die Devise oder, um sich wieder der Bautechnologie zuzuwenden, der Sockel des Krans muss gestärkt werden. „Mit Trainingsprogrammen wie Pilates, Yoga oder Wirbelsäulengymnastik kann schon viel erreicht werden“, weiß Gander.

Besagte Übungen kann man aber noch intensivieren und zwar durch den Einsatz von speziellen Geräten wie dem Foam Roller, dem Ballkissen oder dem MFT-Board. Deren Gemeinsamkeit: Alle Geräte sorgen durch ihre Instabilität dafür, dass man seinen Körper noch mehr stabilisieren muss – was wiederum der Tiefenmuskulatur zugutekommt. „Zu Beginn haben zwar viele ein Problem damit, wenn sie mit diesen Geräten Übungen machen sollen“, sagt Gander. Denn da werde, um das Gleichgewicht zu halten, wild mit Armen und Beinen gezappelt wie ein Hampelmann.

Mit der Zeit lerne man jedoch, den Rumpf zu stabilisieren, sprich gerade die sensible und oft zu wenig beanspruchte Rückenmuskulatur noch mehr zu stärken. Für Anfänger hat Gander daher einen guten Tipp parat: „Bei Übungen im Stand auf instabiler Unterlage auf keinen Fall auf den Boden, sondern geradeaus schauen. Und leichter wird das Ganze, wenn man ein wenig in die Knie geht.“

Nicht zu vergessen einen der wichtigsten Punkte: Zur Förderung der Stabilität sollte während der Übungen der Bauchnabel zur Wirbelsäule gezogen und der Beckenboden leicht angehoben werden. „Dadurch wirkt die querverlaufende Bauchmuskulatur wie ein breiter Gürtel um die Taille und schützt so die Wirbelsäule“, nennt Gander den Grund. Pilates-Insider wissen, wovon die Rede ist: Denn bei den Übungen dieses Ganzkörpertrainings ist diese Regel ein Muss, die als Aktivierung des Powerhouse bezeichnet wird.

Oder, um wieder Ganders Worte zu verwenden – der stabile Sockel des Krans gibt dem wackelnden Körper seinen nötigen Halt. In ihren Kursen baut die Fitnesstrainerin daher den Einsatz dieser die Stabilität fördernden Geräte ein. „Es gibt viele Übungen, die das Training abwechslungsreich und herausfordernder machen. Zudem werden Konzentration und Koordination gefördert.“ Und auch wenn man sich am Anfang wie ein Hampelmann fühlen mag – Übung macht den Meister. Die zahlreichen Tiefenmuskeln werden es einem danken.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 14.04.2011
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