Das Revival des Melkschemels
|
Das Design des Gesundheitshockers Melk-i ist aufs Wesentliche reduziert: in einem Zylinder steckt ein Einfußhocker.
Foto: Othmar Seehauser, www.georgmuehl
|
||
Jesenien/Bozen – „Weniger ist mehr“ lautet das Credo des Südtiroler Tischlers Georg Mühlmann. Seinem Leitsatz bleibt der 50-Jährige bei seinen Kreationen treu - so auch beim Gesundheitshocker Melk-i, der auf der 1. Tiroler Design- und Erfindermesse mit dem Preis für das beste „Möbeldesign“ ausgezeichnet wurde. Die Idee zu dem einzigartigen Stuhl kam Mühlmann während eines Vortrags in einem Bozner Museum, als der Referent beklagte, es gäbe keinen „Stuhl für Südtirol“. „Einer der ältesten Sitzgelegenheiten ist bestimmt der Melkschemel“, erklärt der Tischler, „also beschloss ich, diesen Hocker neuzuinterpretieren.“
Entstanden ist ein Zylinder, in dessen Zentrum ein Einfußstuhl steckt - lose, damit er sich in verschiedenen Winkel in alle Richtungen drehen kann. Dem „Müsli“-Image, den der Begriff Gesundheitshocker dem Sitzmöbel verleiht, wirkt das schlichte, hochwertige Design entgegegen. „Das Sitzen darauf ist zunächst gewöhnungsbedürftig, es lockert jedoch die Wirbelsäule und stärkt Rücken- und Beinmuskulatur“, weiß Mühlmann. Der Melk-i werde bewusst aus Zirbenholz gefertigt, weil es sich positiv aufs Raumklima auswirke.
Momentan werde der Gesundheitshocker des Südtirolers noch in Kleinserien gefertigt. „Das könnte sich jedoch nach dem Gewinn des Design-Preises ändern“, zeigt sich Mühlmann zuversichtlich. (vags)
aktualisiert: Di, 11.10.2011 17:18



