10.01.2010, 16:54  Aktualisiert: 11.01.2010, 12:58 
Kleeblatt

Glücksbringer aus der Welt der Flora

Das vierblättrige Kleeblatt hat als Glücksbringer eine lange Tradition. Damit er auch lange gedeiht, muss er richtig gepflegt werden.
Das vierblättrige Kleeblatt hat als Glücksbringer eine lange Tradition. Foto: Shutterstock
     

Völs – Viel Glück im neuen Jahr“ kann wachsen. Besonders gerne wird dieser Wunsch in Form des vierblättrigen Klees verschenkt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Das vierblättrige Kleeblatt gilt als Weltensymbol. „Es verbindet die vier Himmelsrichtungen und die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde“, sagt John Langley von der Internationalen Gartenschau.

Die Familie der Kleearten

Im Christentum steht das Kleeblatt für das Kreuz und die vier Evangelien. Eine Legende besagt zudem, Eva habe bei der Vertreibung aus dem Paradies ein vierblättriges Kleeblatt mitgenommen. „Bei den Kelten galt es als Zauberpflanze und Schutz gegen böse Geister“, sagt Class Hickl, Kleeblattsammler aus Freiburg.

Dass vierblättrige Kleeblätter außerdem sehr selten und daher wertvoll sind, weiß jeder, der einmal erfolglos suchend über eine Wiese gestreift ist. „Hierzulande ist der so genannte Weißklee (Trifolium) am weitesten verbreitet“, erklärt Hickl. Er besitzt nur drei Blättchen, genauer gesagt Teilblättchen.

Trifolium-Pflanzen mit vier Teilblättchen sind Mutationen, also Pflanzen, deren Erbanlagen durch einen Fehler der Natur verändert sind. Wer über diese Seltenheit stolpert, kann sie zum Jahreswechsel verschenken - gepresst auf einer Karte oder im Bilderrahmen etwa.

Der Glücksklee, der beim Floristen angeboten wird, hat biologisch mit dem Weiß- oder Wiesenklee wenig zu tun. Er heißt botanisch „Oxalis tetraphylla“ oder „Oxalis deppei“, gehört zur Familie der Sauerkleegewächse (Oxalidaceae) und wurde 1822 aus Mexiko eingeführt.

„Ganz charakteristisch ist die rote, herzförmige Färbung auf den ansonsten saftig grünen Blättchen“, sagt Manfred Hoffmann vom Fachverband Deutscher Floristen. Sie sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch geheimnisvoll: Nachts klappen die Blättchen zusammen wie ein kleiner Schirm, am nächsten Morgen öffnen sie sich wieder. „Das ist wie eine innere Uhr. Sie ist für die Federbewegung im Gelenk mit Hilfe von Temperatur und Licht verantwortlich“, erläutert Langley.

Beim Kauf gilt das Augenmerk nicht nur der gewünschten Farbschattierung, sondern vor allem der Figur der Pflanze. „Entscheidend ist der kompakte Wuchs: Die Stiele sollten nicht länger als sechs oder sieben Zentimeter sein“, erklärt Hoffmann. Lange, dünne Stiele, die möglicherweise schon zur Seite knicken, sind ein Zeichen dafür, dass die Pflanze bereits zu lange zu warm oder auch zu dunkel stand.

Tipps für die richtige Pflege

Töpfe, die bei frostigem Wetter vor der Ladentür angeboten werden, sollten stehen gelassen werden: Glücksklee ist nicht winterhart.

Nach den Eisheiligen darf der Glücksklee dann ins Freie. Doch Vorsicht ist geboten: Durch Brutzwiebeln und unterirdische Ausläufer wird er leicht zum lästigen Wildkraut. Am besten ist er in einem Gefäß aufgehoben. Dort kommt seine rosa oder purpurfarbene Blütenpracht von Juni bis August besonders zur Geltung.

Erwin Seidemann vom gleichnamigen Blumenpark in Völs verrät noch einen guten Tipp: „Wer das geschenkte Glück nicht gleich ertränkt, wird wachsende Freude daran haben. Den Vierklee sollte man eher trocken halten und ihn an ein schönes Plätzchen auf der Fensterbank stellen.“

Da die Pflanze nicht winterhart und nicht frostresistent ist, darf man sie allerdings nicht im Garten einsetzen. „Die Zwiebeln werden kaputt. Man muss sie in einen Topf pflanzen, um sie zu überwintern“, weiß der Tiroler Experte - und wünscht mit den lebenden Glücksbringern „Viel Glück!“ (dpa/pip)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 10.01.2010  16:54
aktualisiert: Mo, 11.01.2010  12:58
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