13.07.2012
Gesundheit

Wirbel um die tragende Säule

Ein Bandscheibenvorfall heißt nicht automatisch Operation. Sollte eine OP doch nötig sein, setzt man in der Bandscheiben Clinik Telfs auf eine minimal-invasive Technik.
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Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?

Die Bandscheibe ist ein Dämpfungs- und Bewegungselement zwischen den Wirbelknochen der Wirbelsäule. Sie setzt sich aus einem festen Faserknorpelring und einem weichen Kern zusammen.

Der Bandscheibenvorfall

ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal austreten. Im Wirbelkanal befinden sich nervale Strukturen (Rückenmark, Spinalnerven) welche durch dieses Material zusammengepresst werden können und so die typischen sensiblen (Schmerzen, Missempfindungen, Taubheit) und motorischen (Kraftverminderung bis zur vollständigen Lähmung) Symptome entlang des Austretungsgebiets der jeweiligen Nerven verursachen.

Ein Vorfall kann Alt und Jung treffen, plötzlich auftauchen oder chronisch aufgrund einer Fehlbelastung bzw. Abnützung der Wirbelsäule erworben werden. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule betroffen, danach folgt die Halswirbelsäule, seltener die Brustwirbelsäule.

Infos: Bandscheiben Clinic Telfs, www.bandscheibenclinik.at

Von Nicole Unger

Telfs – Erkrankungen der Wirbelsäule und Rückenschmerzen hat es vermutlich immer schon gegeben. „Sie sind die Zeche, die wir für unseren aufrechten Gang zahlen müssen“, sagt Wolfgang Kreil, ärztlicher Leiter der Bandscheiben Clinik in Telfs.

Dass das Leiden mit dem Kreuz aber heutzutage so viele Menschen betrifft und uns wie ein Tsunami überrollt, liegt zum einen daran, dass die meisten im Laufe ihres Lebens nicht gerade rücksichtsvoll mit ihrem Rücken umgehen. „Kinder mit 20 Kilo schleppen Schultaschen, die sechs Kilo wiegen“, nennt Kreils Stellvertreter, Neurochirurg Markus Donat, nur ein Beispiel. „Zum anderen werden Rückenleiden immer mehr thematisiert. Es herrscht ein regelrechtes Griss um die Patienten“, ergänzt Bandscheiben-Clinik-Gründer Johann Langmayr. Immer mehr Nichtspezialisten würden Betroffene therapieren. Die Folge: „Es gibt vielfach übertherapierte Patienten“, bedauert Langmayr.

Dabei liege in manchen Fällen die Kunst darin, einfach nichts zu tun und abzuwarten. Gerade bei Bandscheibenvorfällen, mit denen man sich in Telfs explizit beschäftigt, kann es vorkommen, dass Patienten einfach nach Hause geschickt werden. „Bei vielen Bandscheibenpatienten muss überhaupt nichts getan werden. Geht es den Betroffenen gut und sie haben keine Symptome, brauchen diese erst wieder kommen, wenn sich die Situation verschlechtert“, erklärt Kreil. In den meisten Fällen helfen physikalische Therapien, um die Rückenmuskulatur zu stärken. Oder die Behandlung erfolgt mit Wärme und Reizstrom bzw. durch die Gabe von Medikamenten und Spritzen, die punktgenau injiziert werden und laut Ärzten dem Patienten etwa ein halbes beschwerdefreies Jahr ermöglichen.

Nur in fünf bis zehn Prozent der Fälle ist eine Operation nötig. „Operiert wird vor allem dann, wenn es zu einem Funktionsausfall gekommen ist“, erklären Donat und Kreil. Viele Betroffene hätten noch immer große Angst vor einem operativen Eingriff. Sie haben das Bild im Kopf, die Klinik nach einer Operation mit dem Rollstuhl zu verlassen. Diese Angst sei aber unbegründet, beruhigen die Neurochirurgen. In puncto OP habe sich viel getan. Die Methoden werden immer besser.

In der Bandscheiben Clinik setzt man beispielsweise – wenn möglich – auf eine minimal-invasive Operationstechnik, um den Vorfall zu entfernen. Der Patient wird endoskopisch, also mit einem feinem OP-Werkzeug, operiert. Im Gegensatz zur konventionellen „offenen“ Operationsweise operiert man nicht mehr durch eine Drei-Zentimeter-, sondern durch eine Sieben-Millimeter-Öffnung . „Der Patient ist schneller mobil und schneller wieder im Berufsleben. Er steht im besten Fall nach zwei Stunden auf und kann nach 14 Tagen wieder Sport betreiben. Bei der konventionellen Methode fielen Patienten etwa sechs Wochen aus. Außerdem ist das Risiko besser kalkulierbar“, nennen die Ärzte die Vorteile.

Welche Art der Therapie schlussendlich infrage kommt, ist individuell und auch vom Alter der Betroffenen abhängig. Wichtig, so Langmayr, ist eine genaue Abklärung, eine exakte Untersuchung und die richtige Interpretation von Anamnese und bildgebendem Verfahren. Die richtige Diagnostik komme heutzutage nicht selten zu kurz. „Oftmals werden die Röntgenbilder behandelt und nicht der Patient“, klagen die Mediziner. Das Wichtigste sei aber, Patienten aufzuklären und ernst zu nehmen. „Die besten Operationen sind die, die man vermeiden kann“, bringt es Kreil auf den Punkt.

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