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Rebekka Ruétz im Interview

Tirols next Top-Designerin

Von der Berliner Fashion Week zum Topmodel-Juryjob. Die Tiroler Designerin Rebekka Ruétz über Models, Castings und den Modezirkus.

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Frau Ruétz, Sie kommen gerade von der Fashion Week in Berlin. Wie ist es gelaufen?

Ruétz: Wir waren heuer zwar schon das vierte Mal dabei, aber Berlin ist immer aufregend, egal wie routiniert man ist. Die Planung für die Show hat bereits zwei bis drei Monate vorher begonnen. Am Tag der Präsentation lief dann alles ganz entspannt ab.

Kann Berlin mit den Modemetropolen London, New York und Paris mithalten?

Ruétz: Berlin hat sich sehr weiter entwickelt. Die Stadt wird immer internationaler und das beste: alles ist sehr gut organisiert.

Haben Sie auch einen Promi im Publikum entdeckt?

Ruétz: Im Publikum saß Papis Loveday, das derzeit best bezahlte Männermodel. Er hat sich meine Show angeschaut und ist gleich danach nach Paris geflogen, um für Galliano zu laufen. Das hat mich schon stolz gemacht.

Sie haben den Sprung in die große Modewelt geschafft. Gemeinsam mit der Designerin Lena Hoschek waren Sie die einzige Österreicherin, die in Berlin vertreten war. Kennen Sie einander?

Ruétz: Lena Hoschek ist schon ein alter Hase im Geschäft. Wir haben kurz miteinander gesprochen. Für mehr blieb leider keine Zeit.

Wie viele Models sind für Sie heuer gelaufen?

Ruétz: Wir hatten heuer elf Models. Das Casting fand in Berlin vor der Präsentation statt. Der Andrang war heuer riesig. Mehr als 60 Models wollten dabei sein.

Wie laufen solche Castings ab?

Ruétz: Es ist schon immer hektisch, und man muss natürlich auch Absagen erteilen. Wir versuchen aber, stets freundlich und höflich zu den Mädchen zu sein.

A propos Casting. Auch die Siegerin aus der ersten Staffel von Germany‘s Next Topmodel, Lena Gercke, war bei Ihnen am Laufsteg zu sehen.

Ruétz: Ja, genauso wie Mandy Bork, die Zweitplatzierte von 2009. Mandy ist schon das zweite Mal dabei. Sie läuft fantastisch.

Wurden Lena und Mandy auch gecastet?

Ruétz: Nein, die beiden Mädels wurden vorab gebucht.

Die Models trugen nicht nur Ihre Kollektion, sondern auch auffälligen Hutschmuck.

Ruétz: Ja, ich hatte heuer eine Kooperation mit der französischen Hutdesignerin Candice Angelini. Ihre Modelle passten gut zu meiner Kollektion, die trug heuer den Namen „Panem et Circenses“, also Brot und Zirkusspiele. Ich ließ mich vom Film „Die Tribute von Panem“ und meiner Hassliebe zum Zirkus inspirieren. Drei Themen standen dabei im Mittelpunkt. Einerseits der Puppenlook, der 3D-Look und andererseits das Thema Einfachheit mit großen Schalkrägen, Mänteln und Jacken.

Sie haben nicht nur die ehemaligen GNTM-Kandidatinnen, sondern auch die Mädchen aus der aktuellen Staffel von „Austria‘s Next Topmodel“ kennengelernt. Am Donnerstag waren Sie als Jurymitglied im TV auf Puls4 zu sehen. Was sagen Sie zu den österreichischen Mädels?

Ruétz: Es war spannend, die Mädchen zu sehen und ich war überrascht, wie viele tolle Mädels dabei waren.

Wie kamen Sie zu dem Juryjob?

Ruétz: Ich habe für die Firma Nussbag eine Holztasche entworfen. Die Mädchen hatten die Aufgabe, die Taschen charismatisch zu präsentieren. Ich durfte mir ein Model aussuchen, die schlussendlich meine Tasche vorstellt. Mein Favorit war Tatjana aus Oberösterreich. Sie hatte eine besondere Ausstrahlung. Man hat gespürt, Sie will den Job wirklich.

Was sagen Sie als Designerin zu solchen Castingformaten im Fernsehen?

Ruétz: Ich finde es spannend und sehe solche Shows durchaus als Sprungbrett für die Mädchen. Solche Formate sind definitiv eine gute Schule. Es gibt natürlich kein Garantie, ein Topmodel zu werden. Aber wenn man es gut macht, kann man es als Model weit schaffen und Jobs ergattern. Wir haben ja selbst zwei der Mädchen gebucht.

Haben Sie die Show am Donnerstag im Fernsehen gesehen?

Ruétz. Leider nein, ich musste weiter nach Wien, weil ich auf für den Vienna Fashion Award nominiert bin.

Ende Februar begibt sich Heidi Klum wieder auf große Modelsuche. Sehen Sie sich Modelshows im Fernsehen an?

Ruétz: Ich muss gestehen, ich habe gar keinen Fernseher. Aber wenn ich wo bin, wo einer ist, schaue ich gerne rein.

Das Gespräch führte

Nicole Unger

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