25.04.2010
Reise

Vom Tafelberg ab zur Fußball-WM

Kapstadt hat weit mehr zu bieten als die bevorstehende Fußball- Weltmeisterschaft. Direkt vor den Toren der Stadt liegen eindrucksvolle Berge, endlose Strände und Weinberge – eine spannende Mischung.

Imposante Berge, lange Strände, weltberühmte Weinbaugebiete und eine pulsierende Metropole – keine Frage, Kapstadt kann als attraktivster Austragungsort der Fußball-WM in Südafrika durchgehen. Obwohl zu dieser Jahreszeit Winter ist, dürfte die Stadt Fußballfans und andere Touristen aus aller Welt anziehen, als wäre ihr Wahrzeichen ein gigantischer Magnet.

So beginnt denn auch fast jeder seinen Besuch in Kapstadt mit einer Tour auf den Tafelberg. Exakt 1087 Meter erhebt sich der Koloss über den Atlantik. Wer ihn zu Fuß bezwingen will, sollte den Tafelberg nicht unterschätzen. Mit gutem Schuhwerk, wetterfester Kleidung und begleitet von einem Führer dauert der streckenweise steile Aufstieg immerhin knapp drei Stunden. Die Seilbahn braucht nur wenige Minuten zum Gipfel. Von dort schweift der Blick über das Häusermeer und hinüber nach Robben Island, der früheren Gefängnisinsel, auf der auch Nelson Mandela inhaftiert war.

Eine andere Welt eröffnet sich Reisenden am Fuß des Tafelbergs im „Mount Nelson“-Hotel. Zum „Afternoon Tea“ biegt sich dort die von einem Segelschiff stammende Windsor-Tafel vor Leckereien. Champagner und Gourmetmenüs verschönern allerdings nur das Leben der reichen Minderheit in Kapstadt.

Weit mehr als die Hälfte der drei Millionen Einwohner leben in einfachen Häusern oder den Wellblechhütten der Townships. „Kapstadt ist zwar die Vorzeigemetropole Südafrikas. Morde, Überfälle und Gewalttaten sind aber auch hier trauriger Alltag“, räumt der deutsche Auswanderer Gerd ein, der seit vielen Jahren am Kap lebt. Nach Einbruch der Dämmerung sei Vorsicht geboten, selbst rund um das sonst sichere Vergnügungs- und Einkaufsviertel „Victoria & Alfred Waterfront“ am Fischerei- und Jachthafen.

Zum Kap der Guten Hoffnung ist es nur gut eine Stunde Fahrt. Auf dem Rückweg geht es für viele Touristen zu den Pinguinen an der False Bay bei Simons Town. Und vorbei am ältesten Weingut Südafrikas, dem 1685 vom späteren Gouverneur Simon van der Stel gegründeten „Groot Constantia“, geht es dann durch das Weinbautal Constantia zurück.

Die tief stehende Sonne taucht die Villen und die viktorianischen Häuschen an der von Restaurants und Bars gesäumten Uferpromenade von Camps Bay in weiches Licht. Im Hintergrund ragen die „Zwölf Apostel“ empor, zwölf Bergkegel, die sich südlich an den Tafelberg anschließen. Über Kapstadts Hausberg „praktiziert“ derweil mal wieder der „Cape Doctor“. Das ist kein Voodoo-Zauberer, sondern ein Südostwind, der den Smog aus der Stadt fegt, für gesunde Luft und die legendäre Wolken-„Tischdecke“ auf dem Tafelberg sorgt.

Von der Waterfront lasse sich das Schauspiel am besten verfolgen, erzählt Gerd. Zum WM-Stadion im Stadtteil Green Point sind es von dort aus wenige Minuten. Das Stadion hat das deutsche Architektenbüro von Gerkan, Marg & Partner entworfen. „Ein fantastisches Stadion, das mittlerweile schon selbst zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört“, meint Fußballfan Gerd – so wie das weiße Parlamentsgebäude und viele andere Kolonialstilbauten in der Nähe der Long Street, der Ausgehmeile im Herzen der Stadt. Und selbstverständlich ist das im Abendlicht rötlich funkelnde Oval auch vom Tafelberg aus zu sehen.

Nähere Informationen:

Fremdenverkehrsamt Südafrika: www.southafrica.net, Tourismusamt Kapstadt: www.tourismcapetown.co.za.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 25.04.2010
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