Seat Mii: Urbaner Verführer
Von Walter Schrott
Barcelona – Parkplätze werden rarer, sie zu finden, immer mühsamer. Da ist es kein Wunder, dass automobile Winzlinge Hochsaison haben. Der Volkswagenkonzern tritt sogar mit einem putzigen Trio an, um die Konkurrenz das Fürchten zu lehren. Der Seat-Ableger Mii präsentiert sich dabei als echter Faserschmeichler. Er ist fast so etwas wie ein Stofftier, in das man (vor allem aber wohl frau) sich spontan verlieben könnte.
Das Kunststück, möglichst viel Auto in möglichst wenig Kubatur zu zwingen, lässt designerisch ohnedies nicht viel Spielraum. Nur die Würfel-Architektur verspricht da Erfolg. Und die haben die Spanier mit einer ausgesprochen jugendlich-frischen Verpackung aus dem hauseigenen Arrow-Design umhüllt. Wobei großzügige Fensterflächen beste Ausblicke gewähren und kein Gefühl der Enge aufkommen lassen. Technisch ist der Seat Mii ein Klon seiner Brüder VW Up und Skoda Citigo. Ein Leichtgewicht übrigens, das nur 854 Kilo auf die Waage bringt. Die Unterschiede entdeckt man im äußerlichen Auftritt, in der Ausstattung und letztlich auch im Preis. Ersteres ist Geschmackssache, und bei Punkt zwei und drei will Seat die Nase vorn haben. So könnte mit etwas Glück am Preisschild sogar ein Achter vor der restlichen Zahlenkolonne stehen. Noch aber ist nichts fix. Der nur 3,56 Meter lange Mii (wahlweise als Drei- und Fünftürer zu haben) ist ein echter Viersitzer, der mit 251 Litern Kofferraumvolumen locker den wöchentlichen Großeinkauf einschließlich zweier Getränkekisten schluckt. Klappt man die Rücksitze um, dann kann man sogar den neuen Fernseher (oder eine kleinere Waschmaschine) selbst nach Hause transportieren.
Motorisch stehen zwei ausgesprochen quirlige 1.0-Dreizylinder-Benzintriebwerke mit 60 oder 75 PS (jeweils mit 5-Gang-Schaltgetriebe) zur Wahl. Dazu gibt es ein 68 PS starkes Ecomotive-Modell mit Start-Stopp-System und eine Version mit Erdgasantrieb. Die Verbrauchswerte liegen zwischen 4,2 und 4,7 Litern pro 100 Kilometer.
Der Vorverkauf in Österreich beginnt Anfang 2012.



