Toyota gönnt Avensis Schönheitskur
Von Peter Urbanek
Nizza – In der Fachsprache heißt das entsprechende Schlüsselwort „Modellpflege“. Keine dramatischen Änderungen fließen in die Serie, Retuschen wurden vorgenommen, um den Toyota Avensis für den restlichen Produktzyklus fit zu machen. Dieses Fahrzeug, für den japanischen Hersteller der wichtige Vertreter im D-Segment der Mittelkasse, tritt ab sofort verjüngt auf.
Der neue Grill mit vergrößerten unteren Einlassöffnungen und geänderten Proportionen verleiht der Frontpartie gegenüber dem Vorgänger einen dynamischeren, sportlicheren Auftritt. Das ist bereits ein Vorgriff auf das kommende Erscheinungsbild der gesamten Modellpalette. Die Scheinwerfer, das Heck und die Stoßstangen wurden überarbeitet, Details, welche aber den Hinweis eines Insiders bedürfen.
Auch der Innenraum wurde einer gründlichen Neugestaltung unterzogen, die Verwendung hochwertiger Materialien Stand im Mittelpunkt. Vier Ausstattungsvarianten sollen dem Kunden die Kaufentscheidung erschweren, schon die Basiskonfiguration „Business“ stellt kein Sparpaket dar.
Der neue Stolz von Toyota im Avensis ist das Multimedia-Modul „Toyota Touch & Go“, kein simples Navigationssystem, sondern die Abdeckung aller heute vom Kunden geforderten elektronischen Dienste (SMS, Bluetooth, Spracherkennung, E-Mail-Fähigkeit etc.). Der Aufpreis beträgt 450 Euro, wobei die technische Einheit ab Stufe „Comfort“ zur Serie gehört.
Die Techniker von Toyota haben sich vor allem mit dem Zwei-Liter-Common-Rail-Diesel, dessen 124 PS Leistung nicht nur hinsichtlich Versicherung und Steuer richtig liegt, sondern beim Avensis die gefragte Motorisierung darstellt, intensiv beschäftigt. Die Aufgabe war klar definiert: Reduktion des Verbrauchs im Hinblick auf den Einsatz als Flottenfahrzeug, Unterbietung der magischen Grenze von 120 g/km bei der CO2-Emission. Blättern wir kurz im Archiv der Tiroler Tageszeitung, Datum 29. Mai 2005. Damals wurde die neue Generation der Toyota-Common-Rail-Dieselmotoren vorgestellt, die im Werk Jelcz in Polen gebaut werden. Der populäre, auf zwei Liter verkleinerte Diesel gehört zu dieser Reihe, die noch heute mit den großen 150-PS- und 180-PS-Aggregaten weiterhin im Programm steht. Damals wie heute zählt der mit einem hochporösen Keramikfilter versehene Speicherkatalysator zu einem wichtigen Detail.
Der Avensis präsentiert sich als solider Reisewagen, ausreichend motorisiert mit dem Selbstzünder und 6-Gang-Schalter ab 27.549 Euro. Kleine Einwände: Ein Start-Stopp-System fehlt, ebenso Automatik, der Verbrauch bei solider Fahrweise bleibt bei 6,8 Liter/100 km stehen. In weiterer Zukunft wird bei den Selbstzündern aber die Kooperation mit BMW eine wichtige Rolle spielen. Bei der momentanen Preisentwicklung an den Tankstellen sollte bei Kaufüberlegungen ein Blick auf das Benzinangebot beim Avensis in Erwägung gezogen werden.



