10.12.2011
Vorstellung

Kia optimiert seine Mittelklasse

Bei Klein- und Kleinstwagen sowie bei kompakten Sports Utility Vehicles hat Kia eine ernst zu nehmende Größe erlangt – nun steht die Eroberung eines neuen Segments mit dem gelungenen Optima bevor.

Von Franz Farkas

Nizza – Limousinen aus Fernost fristen hierzulande eher ein Schattendasein. Einer der Gründe ist wohl die Tatsache, dass diese Autos vornehmlich auf den asiatischen und amerikanischen Markt zugeschnitten waren. Das soll nun anders werden, zumindest wenn es nach KIA geht. Der neue Optima wurde quasi für die Europäer in den Kia-Designzentren in Frankfurt und Irvine (Kalifornien) maßgeschneidert. Dabei hat man sich vor allem die deutschen Konkurrenten genau angesehen. So ist der neue Optima breiter, länger und dafür etwas niedriger als ein Großteil der Konkurrenz, auch hat er einen längeren Radstand. Optisch verpasste man dem Auto eine Coupé-hafte Linie mit einem steil abfallenden Dach. Möglich wurde das alles durch eine komplett neue Plattform, die diesmal auch nicht von Hyundai kommt, sondern nur für den Optima entwickelt wurde.

Innen erfreut der neue Kia mit einem großzügigen Platzangebot vorne, aber auch hinten ist der Fußraum mehr als genügend, nur die Kopffreiheit ist durch die sportliche Linie etwas begrenzt. Dafür ist das Ambiente fast schon eine Klasse höher zu bewerten. Schon ab der Basisausstattung wirken die verwendeten Materialien hochwertig und die Ausstattung komplett. Als Motorisierung steht bei der Markteinführung ein 1,7-Liter-Turbo-Diesel mit 136 PS zur Verfügung. Er kann entweder als Handschalter oder als Automatikvariante geordert werden.

Ab Sommer 2012 kommt ein Zweiliter-Benziner mit 170 PS, eine Hybridvariante (die erste aus Korea) mit 150 PS plus 40 PS aus dem Elektromotor kommt ebenfalls in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres. Bei den ersten Testfahrten auf den verwinkelten Straßen in der Umgebung von Nizza fällt vor allem die Wendigkeit des immerhin 4,85 Meter langen Autos auf. Der Wendekreis ist enorm und auch das Fahrwerk gerade richtig ausgelegt, nicht zu hart und nicht zu weich. Lediglich die Lenkung könnte um die Mittellage herum etwas präziser sein, eine typische Eigenart vieler Fahrzeuge aus Fernost. Der Diesel zeigt im Innenraum durchaus Präsenz, unangenehm laut ist er aber nicht. Dafür könnte er vor allem in Verbindung mit dem Automatikgetriebe sicher ein paar Pferde mehr vertragen. Die Sechsgang- Automatik selbst reagiert feinfühlig auf jede Bewegung des Gasfußes. Die Version mit Handschaltung wirkt deutlich agiler, sie ist auf Wunsch auch mit einer Start-Stopp-Funktion erhältlich. Der Verbrauch liegt dann im Mittel bei 4,9 Liter, die Automatik benötigt über einen Liter mehr. Trotzdem glaubt man bei Kia Austria, dass vornehmlich Optimas mit Automatikgetriebe geordert werden. Bei der Ausstattung muss man sich ebenfalls nicht vor der europäischen Konkurrenz verstecken. Im Gegenteil. Schon bei der Basisversion Motion sind serienmäßig eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Tempomat, eine hochwertige Audioanlage, ein höher verstellbarer Fahrersitz mit elektrisch verstellbarer Lendenwirbelstütze, LED-Tagfahrlicht und vieles mehr an Bord. Bei der Topversion Active pro gibt es dazu noch Vollledersitze mit Klimafunktion und Heizung vorne, eine Rückfahrkamera, Xenon-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sitzheizung auch hinten, Panorama-Schiebedach usw.

Die Preise liegen bei 26.990 Euro für den Benziner mit Schaltgetriebe in Grundausführung und enden bei 35.990 Euro für den 1,7-Liter-Diesel mit Automatik in der Topausstattung. Für die Hybridversion gibt es noch keinen Preis, doch er wird im Vergleich mit der europäischen Konkurrenz sicher moderat ausfallen. Bei Kia Austra hofft man neben den Privatkunden, die wieder Limousine fahren möchten, vor allem auf ein ertragreiches Flottengeschäft. Hier könnte die auch für den Optima gültige siebenjährige Garantie, die noch dazu übertragbar ist, durchaus hilfreich sein.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 10.12.2011
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