17.12.2011
Auto News

Suzuki lädt zum japanischen Eisballett

Von Peter Urbanek

Obertauern – Das Eis spiegelte, jeder Schritt wurde zur kleinen Rutschpartie, die Suzuki-Flotte stand für die Tests bereit, nur Standard-Winterreifen waren montiert, keine Spikes oder sonstigen Hilfen standen zur Verfügung. Das Ziel der Marke, weltweit mit 3, 5 Millionen verkauften Fahrzeugen ein Großanbieter, war klar definiert. Die unterschiedlichsten Allradsysteme in der Fahrzeugpalette sollten bei Eis und Schnee demonstrieren, welche großen Sicherheitsreserven auch bei schwersten Bedingungen in jedem Suzuki­ stecken. Mit Recht steht der japanische Autobauer als führender Anbieter von Allradfahrzeugen, Schwerpunkt die kleinen Klassen, weltweit in der ersten Reihe.

Allradsysteme sind kein Einheitsbrei, Suzuki definiert ganz klar, welche Technologie den einzelnen Modellen zugeordnet wird. Der Grand Vitara verfügt über einen permanenten Allradantrieb, das Mittendifferential steuert die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Als geländegängiger SUV nehmen Mittendifferentialsperre und Geländereduzierung auf die Kraftverteilung Einfluss. Der kleine Jimny verfügt dagegen nur über einen zuschaltbaren Allradantrieb. Beim Swift 4x4 kommt eine Viskokupplung in Verbindung mit dem permanenten Allradantrieb zum Einbau. Die vierte Version heißt intelligenter Allradantrieb, hier erfolgt die automatische Kraftverteilung durch eine elektromagnetische Lamellenkupplung. Beim Suzuki SX 4 (auch als Fiat Sedici gebrandet) und bei der Mittelkassenlimousine Kizashi fiel die Entscheidung für diese Variante.

Die Kenntnis der unterschiedlichsten Systeme ist für den Tanz auf der Eisplatte von großer Bedeutung. Beim Quertreiben reagieren die Fahrzeuge sehr unterschiedlich, wobei natürlich auch Radstand, die Motorisierung Benzin oder Diesel, für die Dosierung der Gasstöße, damit auch für den Driftwinkel von Bedeutung sind. Eines bleibt aber immer verboten: der Tritt auf die Bremse. Denn dann ist der Abflug fester Bestandteil des Programms. Auf Testgeländen ist dies kein Problem, aber der Sinn dieser Übungen liegt in der Praxisnähe, in der Simulation eines Notfalles. Auch Vollbremsungen auf Eis sind dank ABS keine Zitterpartien, die Fahrzeuge bleiben weitgehend in der Spur, der Schrei nach Spikes ist schon lange verhallt.

Neuigkeiten aus der Suzuki-­Welt: Ab Jänner wird die Swift-Reihe mit dem Sport (125-PS-Benziner) um 17.320 Euro erweitert. Ein „Geheimtipp“ bleibt die noch frische und geräumige Mittelklasse-Limousine Kizashi.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 17.12.2011
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