08.01.2012
Auto News

Ford arbeitet an Autos für Sehschwache

285 Millionen Menschen leiden an Sehstörungen. Ford hat sich des Problems angenommen und lässt Forschungen der Universität Cambridge in die Entwicklung einfließen.

Von Reinhard Fellner

Ford und Experten der Universität Cambridge arbeiten gemeinsam an einem besseren Verständnis von Sehproblemen einer immer älter werdenden Bevölkerung. Die Hochschule hatte bereits zuvor einen Simulator für Hör- und Sehbehinderungen entwickelt, um die Effekte von Sehstörungen für normal sehende Ingenieure zu visualisieren.

Ford nutzt die Forschungs-Software, um das Design der Displays und Instrumente im Armaturenträger zu verbessern. „Wenn wir zum Beispiel die weit verbreitete Rot-Grün-Sehschwäche simulieren, können wir ganz leicht erkennen, dass einige Buchstaben und Zahlen für Betroffene schlechter zu identifizieren sind. Dann können wir das Design der Instrumententräger ändern“, erklärt Angelika Engel, Ergonomie-Spezialistin bei Ford Europa.

Bereits seit 1994 setzt Ford bei der Entwicklung von Fahrzeugen beispielsweise den so genannten „Altersanzug“ ein. Durch Anlegen dieses Anzugs können sich die Entwicklungsingenieure in den Zustand älterer oder in der Mobilität eingeschränkter Menschen hineinversetzen. Zum Anzug gehören auch spezielle Brillen, mit denen das mit zunehmendem Alter eingeschränkte Sehen simuliert wird. Die neue Software bedeutet jedoch einen großen Fortschritt, da nun ein breiteres Spektrum von Sehstörungen bis ins Detail visualisiert werden kann.

Laut Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit etwa 285 Millionen Menschen an Sehstörungen. Neben der Sehschärfe lässt mit zunehmendem Alter auch die Fähigkeit für das Sehen in der Dämmerung und bei Dunkelheit nach.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 08.01.2012
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