14.01.2012
Auto Test

Neuer Yaris kommuniziert talentiert

Reifer und länger als sein Vorgänger, dazu technisch ambitioniert bietet sich Toyotas Kleinwagen einer Kundschaft an, die Stadttauglichkeit und gute Raumausnützung zu schätzen weiß.
Infobox

Die Technik

Motor: Dreizylinder-Benziner

Hubraum: 998 ccm

Drehmoment: 93 Nm bei 3600 U/min

Leistung: 51 kW/69 PS

L/B/H: 3885/1695/1510 mm

Gewicht: 970/1430 kg

Kofferraumvolumen: 286–1183 l

Tankinhalt: 42 l

Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h

0–100 km/h: 15,3 Sekunden

Verbrauch: 7,5 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis (Active): ab 15.000 Euro

CO2-Emission: 110 g/km

Von Markus Höscheler

Innsbruck – Sie sind natürlich vorhanden, die Kritiker, die die längs verschiebbare Rückbank vermissen. Die gab es in der alten Yaris-Generation, gibt es jedoch nicht mehr beim Nachfolger, der seit wenigen Wochen am Markt ist. Aber vermissen sie auch den Tunnel mit der digitalen Geschwindigkeitsanzeige? Wohl kaum. Stattdessen hat Toyota den Yaris reifen lassen und ihm analoge Anzeigen verpasst, die sich hinter dem Lenkrad übersichtlich präsentieren. Und dies ist nicht die einzige praktische Neuerung, die wir im Testwagen in Erfahrung bringen.

Denn erkennbar ist der Yaris auch um einige Zentimeter gewachsen – was zusätzlichen Platz für Insassen und Ladegut bedeutet. Schon der Kofferraum ist konkurrenztauglich, das Ladevolumen reicht von 286 bis 1183 Liter. Damit braucht er sich im heiß befehdeten Kleinwagensegment nicht zu verstecken. Das gilt zusätzlich für eine zeitgemäße technische Lösung, die sich vor allem an junge Käufer wendet. Das Touch-Multimediasystem, das wir im Testwagen vorfinden, bietet nicht nur ein klar ablesbares Display mit Touchscreen-Funktion, sondern auch eine praktische Bluetoothverbindung für Handys und Smartphones. Aber nicht nur das: Dank einiger Apps lassen sich online bedeutsame Umgebungsinformationen laden. Eine Rückfahrkamera inkludiert das System zudem, wobei sie bei einem Wagen mit den Ausmaßen eines Yaris nicht zwingend erforderlich ist. Navigationsdaten erhält, wer zusätzlich zur Active-Ausstattung das Touch & Go ordert, für 400 Euro netto extra.

Weniger innovativ zeigt sich Toyota beim Yaris-Motorenprogramm, im Testwagen kommt der bekannte Einliter-Dreizylinder-Benziner als Einstiegsaggregat zum Einsatz – mit 69 PS und einem Drehmomentmaximum von 93 Newtonmetern. Das reicht für quirlige Antritte im Stadtgebiet, aber nur für das Mitschwimmen auf Autobahnen. Viel mehr als 150 km/h im fünften Gang ist auf der (deutschen) Autobahn nicht drin. Wir hier länger mit Vollgas unterwegs ist, darf sich – wie wir – nicht über den Testwagenverbrauch von 7,5 Litern je 100 Kilometer wundern. Wer etwas mehr Power möchte, sollte sich mit dem 1,33-Liter-99-PS-Benziner oder – noch besser – mit dem 1,4-Liter-Turbodiesel vertraut machen, der 90 PS leistet und dank seines ökonomischen Umgangs mit dem Sprit eher dem Tankwart Sorgen macht als dem Fahrer.

Allerdings sind die stärkeren Triebwerke teurer in der Anschaffung, während der Yaris 1.0 VVT-i als Dreitürer ab 11.892 Euro in der Preisliste zu finden ist. Zwei zusätzliche Türen schlagen mit 420 Euro brutto zu Buche, dann hat der Käufer allerdings erst die Start-Ausführung vor Augen. Die besticht zwar mit einer lupenreinen Sicherheitsausstattung – sieben Airbags, Bremsassistent, elektronisches Stabilitätsprogramm (VSC) –, aber beim Komfort haben die Passagiere das Nachsehen, eine Klimaanlage gibt es erst ab Life. Noch mehr erwartet den Active-Interessenten, insbesondere mit dem Toyota-Touch-Display. Erst ab Active sind weitere Ausstattungspakete bestellbar, im Testwagen stoßen wir auf Lounge (530 Euro netto) und Sound (200 Euro netto). Lounge umfasst eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein gekühltes Handschuhfach, eine Mittelarmlehne, elektrische Fensterheber hinten und beheizbare Außenspiegel. Unter Sound firmieren acht Lautsprecher und ein Doppelverstärker.

Übrigens: Noch heuer erweitert Toyota das Yaris-Angebot um eine besondere Innovation: Eine Hybridvariante ist im Anrollen, die für Aufsehen sorgen dürfte. Mehr als die verschwundene verschiebbare Rückbank.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 14.01.2012
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