Nach Auto-Rekord droht Gegenwind
Rekord bei Neuwagenzulassungen 2011
Von Markus Höscheler
Wien – Der Champagner darf noch einmal fließen: Um 8,4 Prozent legte die Zahl der Pkw-Neuzulassungen 2011 gegenüber dem Vorjahr zu, wie Peter Laimer von der Statistik Austria anlässlich der Eröffnung der heurigen Vienna Auto Show berichtet. Insgesamt 356.145 Neufahrzeuge rollten somit 2011 erstmals auf österreichischen Straßen, wenngleich 22.104 davon nur in Form einer Tageszulassung.
Hauptprofiteur der Entwicklung war erwartungsgemäß Branchenleader Volkswagen, der unter anderem mit Golf, Polo und Passat 65.150 Abnehmer fand und damit fast ein Fünftel des Marktes belegte. Dahinter platzierten sich Opel mit einem Marktanteil von 7,3 Prozent, Renault (6,8 Prozent), Ford (6,6 Prozent) und Skoda (5,7 Prozent). Weiterhin bevorzugen Autofahrer hierzulande die teureren, aber sparsameren Dieselmotoren (Anteil: 54,7 Prozent), Benzinaggregate machen 44,7 Prozent aus, alternative Antriebe (Erdgas, Hybrid, Elektro) lediglich 0,7 Prozent.
So erfolgreich das vergangene Jahr auch war, so vorsichtig äußern sich Vertreter der Automobilwirtschaft zum aktuellen: „Wir schätzen, dass 310.000 bis 320.000 Neuwagen verkauft werden“, meint Burkhard Ernst, Obmann des Bundesgremiums des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer Österreich. Zwischen 320.000 und 330.000 Fahrzeuge sind für Gerhard Pils, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, wahrscheinlich. Für beide unausweichlich ist folglich ein Rückgang des Markts – der allerdings staatlich abgefedert werden könnte. Etwa mit einer Wiederbelebung der Ökoprämie, wie sie Ernst vorschlägt, die zum Eintausch von umweltschädlichen „Schrottautos“ gegen umweltfreundlichere Neufahrzeuge animieren.
Im Zuge der Sparbemühungen der österreichischen Bundesregierung drohen den Autofahrern und -käufern jedoch eher neue finanzielle Belastungen, etwa eine Erhöhung der Mineralölsteuer. „Das ist strikt abzulehnen“, sagt Ernst – und Pils ergänzt: „An Steuern und Abgaben haben die Kraftfahrer 2010 rund 11,8 Milliarden Euro in die Staatskassen gezahlt.“
Nicht nur im fiskalischen Sinn ist das Auto also von großer Bedeutung für Österreich: Etwa 360.000 Arbeitsplätze lassen sich der Branche zurechnen, also jeder achte Arbeitsplatz zwischen Bodensee und Neusiedler See hängt vom Auto ab.



