21.01.2012
Auto Test

XC70: Nordischer Schneekönig mit Luxuschalet

Mit dem Allradkombi XC70 hat Volvo einen der feinsten Vertreter seiner Art im Programm. Im Test der neue 163-PS-Diesel.
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Die Technik

Motor: Fünfzylinder-Diesel

Hubraum: 2400 ccm

Drehmoment: 420 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 120 kW/163 PS

L/B/H: 4838/1870/1604/ mm

Gewicht: 1931/2400 kg

Kofferraumvolumen: 575–1600 l

Tankinhalt: 70 l

Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h

0–100 km/h: 10,8 Sekunden

Verbrauch: 8,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: (D3 Autom. OR) 49.340 Euro

CO2-Emission: 179 g/km

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Die 70er-Reihe von Volvo gilt als der klassische Schwede innerhalb des Programms. Mit Ecken und Kanten schmiegt er sich in die Herzen der Volvo-Freunde. Seine Karosserie besticht mit Geräumigkeit und allerhöchster Qualitätsdichte.

So richtig trendy wird die Schwedenkante aber erst in der von Volvo auf 210 Millimeter Bodenfreiheit höher gelegten Variante XC. In dieser Form besticht der große Volvo dann nicht nur durch leichte Geländegängigkeit, sondern schützt seine Karosserie auch rundum mit robust wirkenden Kunstoffanbauteilen.

Gerade zu einem Volvo passt diese Optik, wirken doch Scharniere, Innenraumdetails und Bedienelemente für die Ewigkeit. Im Karosseriebereich hat sich Volvo mittlerweile eine Sonderstellung erobert. Das Innendesign wirkt nicht nur edel wie eine Hi-Fi-Anlage von Bang & Olufsen, sondern besticht mit einer Materialqualität, die selten anzutreffen ist. Kaum irgendwo sitzt es sich auch so bequem wie in einem Volvo, in keinem anderen Auto fällt der Gurt so leicht ins Schloss. Das hat viel mit Tradition und Perfektionsstreben zu tun. Allein das Wohlfühlambiente gibt die Hauptmarschrichtung dieses Autos aber schon vor: Komfort.

Volvos 70er sind eben herrlich unsportliche Autos. Das weich abgestimmte Fahrwerk bügelt Unebenheiten weg, dickes Dämmmaterial hält Außengeräusche von den Passagieren fern. Die erfreuen sich lieber am sonoren Motorgeräusch des neuen Fünfzylinder-Diesels mit 163 PS. Im TT-Test war der „D3“ zudem an die Sechsgangautomatik „Geartronic“ gekoppelt. Der Automat verwaltet bullige 420 Newtonmeter butterweich. Die objektiven Messwerte geben da die gefühlte Kraft und Beschleunigung nur unvollkommen wieder. Den Achtgangautomaten mancher Konkurrenten ist die Gear­tronic jedoch in der Spontanität unterlegen. Aber wer sprinten will, ist hier sowieso im falschen Auto. Objektiv ist der Fünfzylinder auch alles andere als leise. Aber sein kehliger Klang ist herzerwärmend. Schön, dass es solche Charakterstücke noch gibt. Angesichts von über 1,9 Tonnen Eigengewicht geht auch der Testverbrauch von 8,2 Litern Diesel in Ordnung. Schließlich wurde im Test auch der Allradantrieb ausprobiert.

Die elektronische Haldex-Kupplung der vierten Generation funktioniert völlig unauffällig und errang im Vergleich unter Allradsystemen schon einmal einen Testsieg. Einen XC ohne Allrad zu bestellen, wäre ein Fehler. Die gewonnene Souveränität passt einfach punktgenau zum Fahrzeug. Im Heck zeigt Volvo Kombitradition: Völlig eben lassen sich die Sitze im Handumdrehen umlegen – die Kopfstützen klappen automatisch mit. Der Laderaumboden ist trennbar, die Teppiche von unverwüstlicher Qualität. Schön, wer sich diesen rollenden Charakterkopf leisten kann. Ab 41.890 Euro geht es los.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 21.01.2012
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