28.01.2012
Vorstellung

Das Blatt mit dem Elektroantrieb

„Leaf“ übersetzt das englische Wörterbuch mit „Blatt des Baumes“. Bewusst wählte Nissan diesen Namen für sein Elektroauto, welches grüne Botschaften verbreitet.

Von Peter Urbanek

Wien – Kein umgebautes­ Standardfahrzeug, kein eigen­artiges Design als Erkennungsmerkmal: Der neue Nissan Leaf stellt sich als schickes, vollwertiges Fahrzeug mit allen von den Kunden gewünschten Zubehördetails, wie Navigationssystem oder Internetzugang, vor. Nissan entwickelte den Leaf von allem­ Anfang an als Großserienmodell für den Elektroantrieb, konventionelle Motoren standen nie zur Diskussion. Die Belohnung für dieses Konzept folgte auf dem Fuß. Die Jury europäischer Motorjournalisten kürte­ den Elektro-Japaner zum „Auto des Jahres 2011“.

Im vergangenen Jahr wurden bereits über 22.000 Fahrzeuge bei Nissan in Japan produziert. In Österreich kann ab Februar eine Bestellung unterschrieben werden. Natürlich steht und fällt bei jedem derzeitigen Elektroauto die Frage des Erfolgs mit dem Angebot der Reichweite und der Ladezeit. Derzeit liegt das absolute Reichweitenlimit bei 175 km, wobei die Verwendung von Heizung, Klimaanlage oder die Befahrung von Steigungen zu beachtlichen Reduktionen führen. Von den Fahrleistungen her macht der Leaf viel Freude. Der E-Motor mit 109 PS, das Drehmoment von 280 Nm ab Start, die Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h treiben, besonders im Stadtverkehr, den Wagen schneller als das motorisierte Umfeld voran. Auch der Preis von EURO­ 37.900 scheint angemessen, die Batterie ist in dieser Kalkulation inkludiert. Dazu gibt es drei Jahre Garantie für das Fahrzeug und fünf Jahre für die Elektrokomponenten.

Die Ladekabel des Leaf sind mit jedem Haushaltsanschluss kompatibel. Eine Schnell­ladung für 80 % der Kapazität dauert nur knapp 30 Minuten. Eine komplette, nachhaltige Ladung liegt im Bereich von 8 Stunden, ein Wert, der sich bei allen Elektroautomobilen findet.

Mit dem Leaf zu fahren, macht Spaß. Bequeme Sitze, ein Armaturenbrett mit allen modernen Features, einfache Automatik-Bedienung. Die Lenkung leicht gängig wie bei der City-Stellung eines italienischen Mitbewerbers, das Äußere schick und einladend. Auf jeden Fall muss der Fahrer die Reichweitenanzeige streng im Auge behalten. Beim Start der Testfahrt zeigte sie eine Weitenreserve von 115 km an, beim Einschalten der Heizung bekam sie einen Schreck und fiel auf 85 km.

Eine kleine Enttäuschung zum Abschluss: In Tirol wird erst ab kommenden Herbst ein Partner für die technische Betreuung des Leaf verfügbar sein.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 28.01.2012
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