28.01.2012
Auto Test

Das Meisterstück aus Südkorea

Mit dem i40 hat sich Hyundai die Krone aufgesetzt: Der Mittelklasse-Kombi ist wertig verarbeitet, paart sich mit zeitgemäßen Triebwerken und punktet mit einem gelungenen Design-Nutzwert-Kompromiss.
Infobox

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel

Hubraum: 1685 ccm

Drehmoment: 330 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 100 kW/136 PS

L/B/H: 4770/1815/1470 mm

Gewicht: 1648/2120 kg

Kofferraumvolumen: 553–1719 l

Tankinhalt: 70 l

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

0–100 km/h: 10,6 Sekunden

Verbrauch: 6,9 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: 31.830 Euro

CO2-Emission: 134 g/km

Von Markus Höscheler

Innsbruck – Bestimmt, gefehlt hat er in diesem Segment nicht. Die Mittelklasse ist schon heiß umkämpft, die Konkurrenz ist dicht. Dennoch hat sich Hyundai dafür entschieden, Präsenz zu zeigen. Und wie. Der i40, der vor einigen Monaten zunächst als Kombi auf den Markt kam, sollte Freund und Feind vor allem eines signalisieren: „Seht her: Wir können das auch.“ Mit Können ist das Erfüllen hoher Ansprüche an Mittelklassefahrzeuge in West- und Mitteleuropa gemeint. Hier geben vor allem die Deutschen den Ton an. Doch sie können mithalten, die Südkoreaner, wie sich mit dem in Creamy White ausgeführten Testwagen mit der mittleren Ausstattung Premium zeigen sollte.

Zunächst einmal gilt es festzuhalten, dass wir von der aktuellen Formensprache des Lademeisters überrascht sind. Die Front mit dem hexagonalen Kühlergrill ist attraktiv gezeichnet, die schlanke Gestaltung der Frontleuchten überzeugt und die flankierte Erhebung der Motorhauben gibt dem i40 eine Individualität, die wir bei manchen Konkurrenten vermissen. Wie der Mitbewerb muss aber auch der i40 das Dach hinten leicht senken, um den Trend der Unübersichtlichkeit garantierenden Kombi-Coupéisierung nicht zu verpassen. Das gilt weiters für das schräg stehende Heckfenster, das zwar dem Design bekömmlich ist, aber durchaus etwas Laderaum kostet. Jedoch: Genau davon hat der i40 genug, netto bietet er herzeigbare 553 Liter an, brutto sind es 1719 Liter.

Platz hat er folglich, und das nicht nur für sperriges Gepäck. Der i40 verzichtet weitgehend auf Einschränkungen bei der Beinfreiheit, für die Kopffreiheit kann es mitunter für Großgewachsene auf den Vordersitzen etwas knapp werden.

Bei der Verwendung der Innenraummaterialien und deren Anordnung verdient der i40 größten Respekt. Wertigkeit finden wir, so weit das Auge reicht, selbst das Instrumentarium, eine Mischung aus analogen und digitalen Anzeigen, besticht durch Klarheit und Übersichtlichkeit. Eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik erhöht den Komfort in dem für lange Strecken tauglichen Langheck. Sein einladendes Wesen belegt der i40 mit einem beheizbaren Lenkrad, mehrfach elektrisch verstellbarem Fahrersitz und einer funktionierenden Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Dagegen wirkt die leichtgängige Lenkung etwas indifferent – im Gegensatz zur leicht bedienbaren manuellen Sechsgangschaltung. Die harmoniert mit dem 136 PS starken 1,7-Liter-Turbodiesel. Der Vierzylinder entpuppt sich nicht nur als adäquate Motorisierung für den 4,77 Meter langen 1,6-Tonner, sondern auch als einigermaßen zurückhaltend beim Verbrauch. Am Test­ende waren es 6,9 Liter je 100 Kilometer, mit realistischem Sparpotenzial nach unten.

Wer sparen muss, den lässt Hyundai übrigens nicht im Regen stehen. In Verbindung mit dem 135 PS starken 1.6 GDI, einem Benziner, bieten die heimischen Händler die schon ausreichend bestückte Europe-Basisausführung des i40 ab 24.990 Euro, bei Berücksichtigung einer Jubiläumsprämie sogar ab 23.990 Euro, an. Den Basisdiesel mit 116 PS gibt es ab 26.990 Euro. So gesehen hat der i40 in der Mittelklasse zwar nicht gefehlt – dennoch ist er eine wertvolle Bereicherung, die wir im Wettbewerb nicht missen wollen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 28.01.2012
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