28.01.2012
Auto Test

Gezähmt sind die Trinksitten des Range Rover Sport

Ein frischer Turbodiesel optimiert die Leistungs-/Verbrauchsbilanz des allradgetriebenen und komfortabel ausgestatteten Briten.
Infobox

Die Technik

Motor: Sechszylinder-Turbodiesel

Hubraum: 2993 ccm

Drehmoment: 600 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 188 kW/256 PS

L/B/H: 4783/2004/1789 mm

Gewicht: 2535/3175 kg

Kofferraumvolumen: 958–2013 l

Tankinhalt: 84 l

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

0–100 km/h: 8,9 Sekunden

Verbrauch: 10,9 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 88.069,20 Euro

CO2-Emission: 230 g/km

Von Markus Höscheler

Innsbruck – Gäbe es einen Body-Mass-Index (BMI) für den Range Rover Sport, wäre­ die zuständige Ärzteschaft entsetzt: Mehr als 2,5 Tonnen bringt der 4,78 Meter lange­ Wagen auf die Waage – an einer Langzeitdiät käme der britische Allradler mit nobler Herkunft nicht herum. Doch der Konjunktiv findet hiermit sein Ende, denn der BMI spielt keine Rolle, zumal unter wuchtigen Motorhaube des kantigen Range Rover Sport ein neuer Dreiliter-Sechszylinder-Turbodiesel arbeitet. Dessen Leistungs- und Verbrauchsdaten sind schon auf dem Datenblatt imposant, 256 PS und 600 Newtonmeter­ Drehmomentmaximum garantieren kraftvollen und störungsfreien Vortrieb. Ein Normverbrauch von nur 9,2 Litern ist verlockend, der Testverbrauch pendelte sich schließlich bei knapp unter elf Litern ein. Mit solchen Trinksitten können wir gut leben, zumal der Range Rover Sport Aufgaben erfüllen kann, um die ihn viele beneiden. Allein die Fähigkeiten abseits befestigter Straßen sind immer wieder beeindruckend, was nicht nur an der Wattiefe­ von 70 Zentimetern liegt, sondern auch am vielseitigen Geländeprogramm Terrain Response, das auf Tastendruck das Ansprechverhalten des Fahrzeugs auf den jeweiligen Untergrund anpasst. Ob Schnee, Schlamm, Geröll oder scheinbar unüberwindbare Steigungen – für den ro­yalen 4WD-Gefährten sind die Hindernisse eigentlich keine.

Die rustikalen Talente des Range Rover Sport dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er in erster Linie mit Komfort für längere Reisen wirbt. Die HSE-Ausstattung enthält zum Beispiel Premium-Ledersitze, die vorne auf achtfachem Wege elektrisch verstellbar sind. Elektrisch bedienen lassen sich außerdem die Heckklappe und die Lenksäule. Hinzu kommen zweckdienliche Parksensoren vorne wie hinten samt eine Rückfahrkamera­. Zur Sonderausstattung des Testwagens zählen außerdem ein Glas-Schiebe-Hebedach (1609,76 Euro brutto) und das gerade zu dieser Jahreszeit sehr nützliche Winterpaket mit beheizbarer­ Windschutzscheibe und Sitzheizung vorne­ wie hinten (1241,22 Euro). Unabhängig von den Optionen ist die Verknüpfung mit der schnell und zielsicher ansprechenden Achtgang­automatik.

In Summe will der Händler vom Kunden 88.069,20 Euro – wobei der Einstieg in diese­ Fahrzeugklasse auch um einige Tausender günstiger vonstatten gehen kann: Wer den V6-Turbodiesel mit leichter­ Drosselung – 211 PS und 520 Newtonmeter Drehmomentmaximum – akzeptiert, der nennt Adeliges bereits ab 66.400 Euro sein Eigen. Auf den BMI braucht er hier keine­ Rücksicht zu nehmen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 28.01.2012
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