Österreichs Motoren treiben BMW an
Von Markus Höscheler
Wien – Der Rückblick macht glücklich, der Ausblick stimmt zuversichtlich: Diesen Eindruck hat, wer in dieser Woche mit den beiden Geschäftsführern der österreichischen BMW-Group-Tochtergesellschaften BMW Motoren GmbH und BMW Austria (Vertrieb) ins Gespräch gekommen ist. Die zwei haben Bilanzen vorzuweisen, die ihnen Neid einbringen werden. Und das Duo präsentiert Prognosen, die Optimismus verbreiten.
Fangen wir mit der technischen Seite an: Seit 1979 investiert der süddeutsche Autobauer in den Produktionsstandort Steyr in Oberösterreich – und zwar kräftig. In den vergangenen 32 Jahren flossen 4,7 Milliarden Euro – „das sind durchschnittlich zehn Millionen Euro jeden Monat“, wie Gerhard Wölfel, Leiter der BMW Motoren GmbH, mit Stolz zum Ausdruck bringt. War die Anlage ursprünglich für eine Kapazität von jährlich 150.000 Aggregaten ausgelegt, schafften die Mitarbeiter – insgesamt 3600 sind es derzeit – im vergangenen Jahr erstaunliche 1,206.895 Stück. So viele wie noch nie und 16,5 Prozent mehr als im ohnehin schon erfolgsträchtigen Jahr 2010. Etwa 80 Prozent aller BMW-Fahrzeuge tragen ein Steyrer Herz an Bord.
Mehr als die Hälfte der Aggregate waren Selbstzünder, und zwar Vier- und Sechszylinder: „Wir gelten als Dieselkompetenzzentrum“, betont Wölfel – und verkneift sich nicht den Hinweis auf zwei weitere Entwicklungen: Die Steyrer sind zumindest beteiligt am neuen 381 PS starken Sechszylinder-Diesel, der über drei Turbolader verfügt (allerdings nicht in Steyr endgefertigt wird). Und zudem kümmern sich die Oberösterreicher um die Serienreife eines neuen Dreizylinder-Turbodiesels, der über eine unerwartete Laufruhe verfügen werde. „Dieser Motor kommt Ende des Jahres“, verspricht Wölfel. Aber nicht nur davon wird der Betrieb in Steyr profitieren, sondern auch von der sich abzeichnenden Zusammenarbeit von BMW mit Toyota, die voraussichtlich ab 2014 zum Einbau von BMW-Ölbrennern in Toyota-Fahrzeugen führen wird.
Wölfel ist mit seiner Freude nicht allein: Gerhard Pils, Geschäftsführer der Vetriebsgesellschaft BMW Austria mit Sitz in Salzburg, verweist auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011: Der Absatz der Marken BMW und Mini stieg in Österreich überdurchschnittlich an, 15.636 Käufer waren für neuzugelassene Pkw mit der Doppelniere verantwortlich, weitere 2544 Konsumenten meldeten erstmals einen neuen Mini an. Das entspricht einem Zuwachs von 16,6 Prozent, verglichen mit den Zahlen von 2010. Insgesamt verzeichnete die Vertriebsgesellschaft für das Jahr 2011 einen Umsatz von 715,9 Millionen Euro – im Vorjahr waren es noch 592,1 Millionen Euro. Nicht schlecht für Pils und seine Mitarbeiter: In Kürze startet die neue, viel gelobte und volumenträchtige 3er-Generation.



