Die Giulietta reift technisch
Von Markus Höscheler
Balocco – Beides ist nicht mehr ganz so neu, aber beides zusammen ist brandneu: Die Giulietta von Alfa Romeo ist seit Mitte 2010 am Markt und erfreut sich reger Nachfrage – das von Fiat Powertrain entwickelte Doppelkupplungsgetriebe TCT hat bereits im kleineren Bruder MiTo seinen Ersteinsatz gefeiert. Nun gibt es beides im Verbund, die Giulietta liefert auf Wunsch zwei Motoren mit dem komfortablen Getriebe aus: den 170 PS starken 1,4-Liter-Turbobenziner MultiAir und den ebenso kräftigen Zweiliter-Turbodiesel JTDM.
Für gewöhnlich empfiehlt sich ein Doppelkupplungsgetriebe mit automatisierten, schnellen, kaum zu bemerkenden Schaltvorgängen sowie spritsparender Technik. Der Hauptnachteil ist der erwartete: Er kostet Aufpreis.
Zuerst zu den Pros: In der Tat kann sich das trockene Doppelkupplungsgetriebe geschmeidig in Szene setzen, wie wir auf Probefahrten am Fiat-eigenen Testgelände in Balocco erfahren durften. Die Stufenwechsel erfolgen flott und weitgehend ohne spürbare Zugkraftunterbrechung. Beide Giulietta-Versionen beschleunigen kraftvoll bis 218 km/h, der Selbstzünder ist mit 7,9 Sekunden von null auf 100 km/h nur 0,2 Zehntel langsamer als sein Konkurrent, der nach dem Otto-Prinzip arbeitet.
Auch beim Verbrauch bringt sich das TCT gekonnt ins Spiel: In Verbindung mit dem quirligen Multiair verbrennt die Giulietta laut Norm nur 5,2 l Benzin je 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 121 Gramm je Kilometer gleichkommt. Noch besser schneidet der Turbodiesel ab, der 4,5 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer benötigt und dabei 119 Gramm Kohlendioxid auf 1000 Meter emittiert.
Vorerst beschränkt Alfa Romeo die TCT-Option auf die beiden 170-PS-Maschinen und auf die mittlere Ausstattungsstufe Distinctive – hier offenbart sich dann der Aufpreis, der für die Doppelkupplung zu zahlen ist: 1640 Euro. Den üppig ausgestatteten MultiAir gibt es somit ab 28.150 Euro, den 2.0 JTDM ab 30.190 Euro. Die zusätzlichen Varianten sollen dafür sorgen, dass sich die Giulietta-Verkäufe weiterhin auf hohem Niveau bewegen: Mehr als 2000 waren es im vergangenen Jahr in Österreich, rund 80.000 weltweit.



